Aktuell gibt es weltweit je nach wissenschaftlicher Definition zwischen 35 und 89 Kriege und hochintensive bewaffnete Konflikte. Zählt man alle politischen und gewaltsamen Krisen unterhalb der eigentlichen Kriegsschwelle (wie Bandenkriege oder kleinere Grenzkonflikte) hinzu, liegt die Zahl laut Friedensforschungsinstituten sogar bei weit über 300 bis zu 1.450 aktiven Konflikten.
Die genaue Zahl variiert stark, da renommierte Organisationen Konflikte unterschiedlich einteilen:
- HIIK (Heidelberger Institut für internationale Konfliktforschung): Listete in seinen jüngsten Berichten über 360 politische Konflikte, wovon über 200 gewaltsam ausgetragen wurden.
- PRIO (Osloer Friedensforschungsinstitut): Verzeichnete jüngst einen historischen Höchststand von 65 kriegerischen Konflikten unter direkter Beteiligung staatlicher Akteure.
- MBI CONIAS Sicherheitsbilanz: Erfasste zuletzt 89 Kriege in 31 Ländern (aufgeteilt in 35 Kriege mit höchster Intensität und 54 begrenzte Kriege).
Die größten und folgenschwersten Kriege der Gegenwart
Die kriegerischen Auseinandersetzungen teilen sich vor allem in Kriege zwischen Staaten sowie schwere, langanhaltende Bürgerkriege auf:
- Der Krieg in der Ukraine: Der russische Angriffskrieg dauert seit 2022 unvermindert an.
- Der Nahost-Konflikt (Israel / Gaza / Libanon): Die militärischen Konfrontationen im Gazastreifen haben sich regional ausgeweitet.
- Der Irankrieg: Ein seit Anfang 2026 eskalierter internationaler militärischer Konflikt im Nahen Osten.
- Der Bürgerkrieg im Sudan: Seit 2023 tobt hier ein extrem blutiger Machtkampf zwischen der regulären Armee und der RSF-Miliz, der zu einer der weltweit größten Hungerkrisen geführt hat.
- Der Bürgerkrieg in Myanmar: Seit dem Militärputsch im Jahr 2021 kämpfen ethnische Minderheiten und Rebellenallianzen gegen die Militärjunta.
Regionale Schwerpunkte
- Subsahara-Afrika: Gilt laut internationalen Berichten derzeit als das globale Zentrum der Gewalt (u.a. Konflikte in Somalia, der Demokratischen Republik Kongo, Burkina Faso und Mali).
- Naher Osten und Asien: Regionen mit einer besonders hohen Dichte an geopolitischen Spannungen und zwischenstaatlichen Eskalationen.
- Lateinamerika: Hier stehen oft nicht-staatliche Akteure im Fokus, wie etwa die massive Kartell- und Bandengewalt in Mexiko oder Haiti, die teils kriegsähnliche Ausmaße annimmt.



