Deutsche Unternehmen investieren im Ausland

Stand: September 2026

Deutsche Unternehmen haben im Jahr 2025 rund 86 Milliarden Euro im Ausland investiert. Für das laufende Jahr 2026 liegen naturgemäß noch keine finalen Jahreswerte vor; aktuelle Hochrechnungen der Deutschen Bundesbank zeigen jedoch volatile monatliche Nettoflüsse, die sich im Rahmen des langjährigen Durchschnitts von etwa 95 Milliarden Euro pro Jahr bewegen. 

Die Verteilung nach Ländern und Regionen zeigt eine deutliche Verschiebung, die stark von strategischen Interessen und Kosteneinsparungen getrieben ist. 


📊 Regionale Verteilung der Auslandsinvestitionen

Laut aktuellen Sonderauswertungen der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) sowie Analysen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) verteilen sich die Investitionsabsichten und -flüsse deutscher Unternehmen wie folgt: 

Region / Land Anteil / Volumen (Trends 2025 / 2026) Strategischer Fokus & Treiber
Eurozone & EU ca. 64 % der investierenden Firmen Bleibt die wichtigste Zielregion für Verlagerungen und Erweiterungen (primär aufgrund von Marktnahe und Rechtssicherheit).
USA / Nordamerika ca. 44 % (Rückgang von zuvor 48 %) Die USA halten historisch den größten Einzelbestand deutscher Direktinvestitionen (über 430 Mrd. Euro). Die Dynamik hat sich wegen geopolitischer Risiken und Zöllen unter der Trump-Administration jedoch leicht abgekühlt.
China ca. 7 Milliarden Euro (bzw. 34 % der Firmen) Deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Deutsche Unternehmen reagieren auf Pekings Lokalisierungszwang und investieren direkt vor Ort, um Marktanteile zu sichern und Zölle zu umgehen.
Asien / Pazifik (exkl. China) ca. 26 % der Unternehmen Gewinnt zunehmend an Bedeutung im Zuge von "China+1"-Strategien (insb. Indien verzeichnet signifikante Zuwächse bei Produktionsverlagerungen).


💡 Hauptmotive der Unternehmen

Die Treiber für die anhaltenden Milliardeninvestitionen jenseits der deutschen Grenzen haben sich merklich verschoben: 

  • Kostendruck als historischer Treiber: Rund 41 % der investierenden Industrieunternehmen geben Kosteneinsparungen als Hauptmotiv an – der höchste Wert seit 2003. Hohe Energiepreise, Bürokratie und Lohnkosten im Inland beschleunigen diesen Trend. 
  • Markterschließung vs. Verlagerung: Während früher die Erschließung neuer Kunden im Vordergrund stand, fließt das Kapital vermehrt in den Aufbau von Auslandskapazitäten, die direkt deutsche Inlands-Investitionen und Arbeitsplätze ersetzen. 

Möchten Sie tiefere Details zu einer bestimmten Branche (z. B. Automobilindustrie oder Maschinenbau) erfahren, oder interessieren Sie sich für die Gegenrichtung – also wie viel ausländisches Kapital nach Deutschland geflossen ist? Dann senden Sie uns einfach eine E-Mail an Info@Immobilien-Henke.de.