Wohnungsnot für Geringverdiener, arbeitslose, erwebsunfähige und Bürgergeldempfänger

Geringverdiener und Arbeitslose treffen auf dem aktuellen deutschen Wohnungsmarkt auf eine historisch drastische Wohnungsnot. Laut dem aktuellen Mietenreport des Deutschen Mieterbunds fehlen bundesweit rund 1,4 Millionen bezahlbare Wohnungen, während der Bestand an Sozialwohnungen auf ein historisches Rekordtief von rund einer Million gesunken ist. 

Die Ursachen und Dynamiken dieser Krise betreffen Geringverdiener, Bezieher von Bürgergeld sowie die sie unterstützenden Sozialbetreuer im Detail:

1. Das Dilemma der „Angemessenheitsgrenzen“

Wer auf staatliche Unterstützung wie Bürgergeld oder Grundsicherung angewiesen ist, bekommt die Wohnkosten vom Jobcenter oder Sozialamt erstattet. Allerdings gelten hier strikte Obergrenzen für die Bruttokaltmiete (die sogenannten Angemessenheitsgrenzen). Da die Neuvermietungsmieten in den letzten Jahren rasant gestiegen sind, liegen fast alle verfügbaren Wohnungen auf dem freien Markt weit über diesen Sätzen. Die Wohnungssuche wird für Betroffene so zu einer bürokratischen Pflichtaufgabe ohne reale Erfolgschancen. 

2. Zusammenbruch des sozialen Wohnungsbaus

Es fallen jährlich weitaus mehr Wohnungen aus der zeitlich begrenzten Sozialbindung heraus, als durch Neubau hinzukommen. Mehr als die Hälfte der rund 23 Millionen Mieterhaushalte in Deutschland hätte rechnerisch Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein (WBS), konkurriert jedoch um eine verschwindend geringe Anzahl an Sozialwohnungen. 

3. Der Selektionsdruck der Vermieter

Bei der extremen Wohnungsknappheit können Vermieter aus Dutzenden Bewerbern wählen. Wer Schufa-Einträge, ein geringes Einkommen, unregelmäßige Jobs aufweist oder das Geld direkt vom Amt bezieht, fällt im privaten Vergabeprozess fast immer durch. Selbst Menschen in Vollzeitbeschäftigung rutschen im Geringverdienerbereich immer häufiger in die Wohnungslosigkeit ab, da ihr Gehalt schlicht nicht mehr für die Marktmieten ausreicht. 

4. Belastung für Sozialbetreuer und Behörden

Sozialbetreuer, Streetworker und die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) schlagen Alarm: Da es kaum noch regulären Wohnraum für ihre Klienten gibt, verharren immer mehr Menschen über Monate oder Jahre in Notunterkünften oder verbleiben in der verdeckten Wohnungslosigkeit. Die Arbeit der sozialen Träger verlagert sich notgedrungen von der nachhaltigen Integration hin zur reinen Krisenverwaltung. 

 

Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen nähere Informationen zu folgenden Aspekten heraussuchen:

Welche gesetzlichen Vorgaben aktuell für Geflüchtete und Wohnungslose beim Zugang zum Wohnungsmarkt gelten.

Wie sich die Angemessenheitsgrenzen für Mieten in einer bestimmten Region oder Stadt berechnen.

Welche politischen Maßnahmen (wie die Mietrechtsreformen oder der Gebäudetyp E) derzeit diskutiert werden, um Abhilfe zu schaffen.