Gewerbeimmobilienmarkt im September 2026

Der deutsche Gewerbeimmobilienmarkt im September 2026 befindet sich in einer Phase der fortgeschrittenen Stabilisierung und ausgeprägten Heterogenität. Nach den massiven Preiskorrekturen der Vorjahre haben sich die Bewertungen weitgehend eingependelt. Es zeigt sich ein deutlicher Aufwärtstrend beim Transaktionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr, allerdings agiert der Markt weiterhin ohne nennenswerten konjunkturellen Rückenwind. Es gilt das Prinzip der Selektivität: Die Schere zwischen modernen ESG-konformen Top-Objekten und älteren Bestandsbauten in Nebenlagen geht immer weiter auseinander. 


📊 Der Investmentmarkt in Zahlen (Stand Herbst 2026)

Die Zahlen der großen Marktreports (wie JLL oder Cushman & Wakefield) zeigen für das bisherige Jahr 2026 eine spürbare Belebung: 

  • Transaktionsvolumen: Im ersten Halbjahr 2026 lag das gewerbliche Transaktionsvolumen bei rund 17,6 Milliarden Euro (+15 % im Vorjahresvergleich). Für das Gesamtjahr 2026 wird mit 35 bis 40 Milliarden Euro gerechnet. 
  • Deals & Akteure: Großtransaktionen über 100 Millionen Euro nehmen wieder zu (+29 % bei Einzeldeals). Angetrieben wird der Markt stark von ausländischen Investoren (44 % Marktanteil) sowie heimischen Family Offices und Privatkapital, während institutionelle Anleger (Versicherungen) noch zurückhaltend agieren. 
  • Renditen: Die Spitzenrenditen für Büroimmobilien in den Top-7-Metropolen haben sich leicht erhöht und liegen im Schnitt bei ca. 4,46 %, während Renditen für B-Lagen und ältere Objekte deutlich höher ausfallen (Schnitt teils bei über 7,8 %). 


🔎 Die Assetklassen im direkten Vergleich

Assetklasse Marktlage & Trends im September 2026 Spitzenmieten & Leerstand (Top-Standorte)
🏢 Büro Stark polarisiert. Moderne, energieeffiziente Flächen in zentralen Lagen boomen trotz Homeoffice-Trend. Ältere Flächen ohne ESG-Zertifizierung erleiden massive Preisabschläge und treiben den Leerstand nach oben. • Leerstandsquote: >8-9 % im Durchschnitt
• Spitzenmiete (z. B. Frankfurt): bis zu 57,00 €/m²
📦 Logistik & Industrie Stabil auf Wachstumskurs. Profitiert weiterhin vom E-Commerce und resilienten Lieferketten. Besonders gefragt sind auch alternative Gewerbeformen wie Data Center (Rechenzentren) und Life-Science-Objekte. • Transaktionsplus: +22 % im Jahresvergleich
• Flächenmangel in Ballungsräumen stützt Mietpreise.
🛍️ Einzelhandel Unter strukturellem Druck. Die Konsumzurückhaltung und der Wandel der Innenstädte belasten den Markt. Stabil zeigen sich nur Fachmärkte, der Lebensmitteleinzelhandel sowie absolute Spitzenlagen in Tourismus-Hotspots. • Spitzenmieten in Top-Lagen: stagnieren seit ca. 3 Jahren auf hohem Niveau (ca. 250

💡 Die 3 wichtigsten Markttreiber 2026

  • 1. Die „ESG-Kluft“ und Energieeffizienz:
    Nachhaltigkeit ist das Kriterium Nummer eins im Herbst 2026. Immobilien mit schlechten Energiewerten drohen zu „Stranded Assets“ (unvermietbaren Altlasten) zu werden und verzeichnen Kaufpreisabschläge von 20 % bis 40 %. Grüne Immobilien sind hingegen die liquidesten Vermögenswerte. 
  • 2. Ende der Zinskorrektur:
    Nach den Zinssenkungen der EZB haben sich die Finanzierungskosten im Bereich um 3 % eingependelt. Der Markt hat sich an dieses Niveau gewöhnt. Es gibt wieder Planungssicherheit, was die Preisfindung zwischen Käufern und Verkäufern massiv erleichtert. 
  • 3. Trend zur Umnutzung:
    Da der klassische Büroflächenbedarf vielerorts sinkt, entstehen neue Chancen durch die Umwandlung von leerstehenden Büro- oder Kaufhausschwerpunkten in gemischt genutzte Quartiere (Wohnen, Bildung, Praxen). 

Falls Sie eine bestimmte Region im Blick haben: Möchten Sie wissen, wie sich die Gewerbelage in einer spezifischen Top-Stadt (z. B. Berlin, Frankfurt oder München) entwickelt, oder interessiert Sie eine konkrete Nutzungsart wie Rechenzentren oder Logistikparks genauer?

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