Entwicklung des Immobilienmarktes in Frankreich 

Stand: 09. September 2026

Der französische Immobilienmarkt zeigt sich am 09. September 2026 in einer volatilen Phase, in der eine kurze Erholungsphase vom Jahresbeginn wieder von sinkenden Preisen, steigenden Zinsen und politischer Zurückhaltung abgelöst wurde. Nach einer temporären Stabilisierung im Frühjahr verzeichnen aktuelle Daten für das Spätsommerquartal 2026 einen erneuten Rückgang der Transaktionszahlen und Preise. 

Die wichtigsten Markttrends im Überblick:

  • Preise für Bestandsimmobilien sinken wieder: Nach einer kurzen Phase der Besserung meldet das nationale Statistikamt INSEE für das zweite Quartal 2026 einen Rückgang der Preise für Bestandsimmobilien um 1,0 % gegenüber dem Vorquartal. Besonders betroffen sind Häuser (–1,3 %) und Objekte in den Provinzen (–1,2 %). Aktuelle September-Meldungen bestätigen, dass sich dieser Abwärtstrend im Spätsommer manifestiert hat. 
  • Bauzinsen klettern leicht nach oben: Die Phase der Zinsstabilisierung ist vorerst vorbei. Kreditvermittler wie CAFPI und Pretto melden im September 2026 leicht gestiegene durchschnittliche Zinssätze: 3,43 % für 20-jährige und 3,53 % bis 3,61 % für 25-jährige Laufzeiten. Der Markt für Immobilienkredite droht laut dem Observatoire Crédit Logement/CSA in eine Rezession abzugleiten, da das Neukreditvolumen im August im Vergleich zum Vorjahr zweistellig eingebrochen ist. 
  • Rückgang des Transaktionsvolumens: Der Immobilienverband FNAIM prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 nur noch 900.000 bis 920.000 Verkäufe. Das entspricht einem Rückgang von etwa 5 % bis 6 % im Vergleich zu 2025. 

Direkter Preis- und Kaufkraftvergleich in Großstädten

Die Preisentwicklung in Frankreich verläuft regional stark gespalten. Durch die Kombination aus leicht gestiegenen Zinsen und angepassten Quadratmeterpreisen hat sich die Kaufkraft (erwerbbare Quadratmeter bei gleichem Budget) im Vergleich zum Vorjahr in fast allen Metropolen verringert: 

Großstadt Durchschnittlicher m²-Preis (September 2026) Entwicklung der Kaufkraft / Fläche
Paris ~9.657 € −3,24 % (Flächenverlust für Käufer)
Nice (Nizza) ~5.206 € −5,48 %
Lyon ~4.687 € −2,10 %
Bordeaux ~4.375 € −0,50 %
Marseille ~3.620 € −5,97 %

Neue Preistreiber: Politik und Klimawandel

  • Bremsspur durch die Präsidentschaftswahl 2027: Die politische Unsicherheit im Vorfeld der Wahl wirft lange Schatten voraus. Umfragen im September zeigen, dass jeder dritte Franzose geplante Immobilieninvestitionen (insbesondere Mietkäufe) verschiebt oder vorzieht, da Steuererhöhungen und neue Mietregulierungen befürchtet werden. 
  • Der Faktor „Wärmekomfort“: Nach den intensiven Hitzewellen im Sommer 2026 achten Käufer extrem stark auf den Hitzeschutz (Rollläden, Klimaanlagen, Nordlagen). Laut der aktuellen Studie „Canicule & Immobilier 2026“ von Leboncoin beeinflusst das Raumklima bei 81 % der Franzosen die Kaufentscheidung direkt, was zu einer verstärkten Nachfrage nach kühleren Regionen im Norden und zu Preisabschlägen im überhitzten Süden führt. 
  • Energieeffizienz (DPE): Immobilien mit schlechten Energiewerten (Klassen F und G), die nicht mehr oder nur schwer vermietet werden dürfen, verbleiben mit deutlichen Preisabschlägen von bis zu 15 % auf dem Markt.