Entwicklung des Immobilienmarktes in Portugal 

Stand: 09. September 2026

Der portugiesische Immobilienmarkt verzeichnet im September 2026 ein historisches Rekordwachstum und führt den weltweiten Preisanstieg an. Während die Immobilienpreise in vielen Teilen der Welt stagnieren oder sinken, entkoppelt sich Portugal von diesem Trend. Getrieben wird diese Entwicklung von einem massiven, strukturellen Angebotsmangel bei gleichzeitig ungebrochen hoher Nachfrage aus dem In- und Ausland. 

Die wichtigsten Markttrends im Überblick

  • Weltweiter Spitzenreiter beim Preiswachstum: Jüngsten Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sowie von Eurostat zufolge stiegen die realen Hauspreise in Portugal im ersten Quartal 2026 um 15,2 % bis 17,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist der stärkste Anstieg unter fast 60 weltweit untersuchten Volkswirtschaften sowie innerhalb der Europäischen Union. 
  • Dynamik flacht leicht ab (Bremsen auf hohem Niveau): Daten des Immobilienportals Idealista zeigen für den Spommer 2026, dass sich das Wachstumstempo im Monatsvergleich minimal abschwächt. Lag das Plus im März noch bei über 12 %, betrug das jährliche Plus im Juni noch 8,9 % und im August landesweit 7,5 % (Durchschnittspreis: 3.207 Euro pro Quadratmeter). 
  • Drastischer Rückgang des Angebots: Der Haupttreiber der Preisspirale ist der schrumpfende Markt. Der landesweite Immobilienbestand (Stock) ist 2026 um 14 % gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Günstiger Wohnraum unter 300.000 Euro ist fast vollständig vom Markt verschwunden. 
  • Regionale Hotspots: Die Algarve und insbesondere die Bezirkshauptstadt Faro verzeichnen mit einem Preissprung von 18,3 % das extremste Wachstum, gefolgt von Lissabon und Porto, wo das Angebot um bis zu 25 % zurückgegangen ist. 

Regionale Durchschnittspreise (Medianwerte August/September 2026)

Region Durchschnittlicher Quadratmeterpreis
Algarve ~ € 4.202 / m²
Lissabon (Stadt) ~ € 6.113 / m²
Setúbal ~ € 2.500 / m²
Westküste (Leiria, Coimbra, Aveiro) ~ € 1.650 / m²
Zentralportugal (Inland) (Évora, Viseu) ~ € 1.100 / m²

Politische Gegenmaßnahmen und Steueränderungen

Um den Markt für Einheimische zu entlasten, hat die Regierung 2026 wichtige Reformen umgesetzt:

  • Steuerbefreiung für junge Käufer: Steuerresidenten unter 35 Jahren sind beim Kauf ihrer ersten eigenen Immobilie (bis zu einem Wert von rund 330.500 Euro) komplett von der Grunderwerbsteuer (IMT) und der Stempelsteuer befreit. 
  • Bau-Anreize: Die Mehrwertsteuer (VAT) für förderfähige Neubauten und Renovierungsprojekte wurde auf 6 % gesenkt, um das Angebot an bezahlbarem Wohnraum anzukurbeln. Zudem fließen aktuell 1,5 Milliarden Euro an EIB-Fördergeldern in den sozialen und nachhaltigen Wohnungsbau. 
  • Verschärfung für Ausländer: Für ausländische Käufer greift 2026 in vielen Bereichen eine reformierte IMT-Flatsatzregelung von 7,5 %, zudem sind Lizenzen für touristische Kurzzeitvermietungen (Alojamento Local) weiterhin stark reglementiert. 

Ausblick und Risikoanalyse

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt im September 2026 vor einer Überhitzung und schätzt, dass die Immobilienpreise in Portugal 20 % bis 40 % über dem fundamentalen Gleichgewichtswert liegen. Dennoch erwarten Experten kurzfristig keinen Crash, da der Markt durch strenge Kreditvergaberichtlinien der Bank von Portugal und einen hohen Anteil an Festzins- bzw. Mischzins-Hypotheken extrem resilient abgesichert ist.