Entwicklung des Immobilienmarktes in Österreich

Stand: 09. September 2026

Der österreichische Immobilienmarkt zeigt sich im September 2026 in einer klaren Konsolidierungs- und Stabilisierungsphase. Nach den deutlichen Preiskorrekturen der vergangenen Jahre erholen sich Nachfrage und Preise moderat. Gestützt wird diese Entwicklung durch die EZB-Zinssenkungen, die das Vertrauen von Käufern und Investoren zurückgebracht haben. 

Aktuelle Markttrends im Überblick

  • Nomineller Preisanstieg, reales Minus: Die Preise für Wohnimmobilien ziehen nominell wieder an (der ÖNB-Wohnimmobilienpreisindex erreichte Mitte 2026 einen Höchstwert von 274 Punkten). Bedingt durch die Inflation liegen die Immobilienwerte real jedoch weiterhin leicht im Minus. 
  • Mietmarkt zieht weiter an: Laut aktuellen Daten der Statistik Austria (September 2026) stiegen die durchschnittlichen Wohnungsmieten inklusive Betriebskosten im Vorjahresvergleich um 3,3 Prozent auf 10,5 Euro pro Quadratmeter. 
  • Ungleichgewicht beim Wohnbau: Während die Nachfrage nach Wohnraum hoch bleibt, bricht das Angebot an frei finanzierten Neubauten aufgrund stark gestiegener Baukosten ein. Experten warnen hier vor spürbaren Engpässen in den kommenden Jahren. 
  • Zweigeteilter Markt (Wohnen vs. Gewerbe): Während der Wohnsektor und renditestarke Nischen wie Gesundheitsimmobilien oder Rechenzentren florieren, stehen Gewerbeimmobilien (insbesondere ältere Einkaufszentren und Büros in B-Lagen) weiterhin unter Druck. 

Direktvergleich: Kaufpreise vs. Mietsegmente 2026

Die folgende Übersicht zeigt die aktuelle Preisdynamik in den verschiedenen Segmenten:

Immobiliensegment

Preisentwicklung / Werte (Stand H2 2026) Trend & Hintergrund
Eigentumswohnungen Ø ca. 4.000 €/m² (Tirol Spitzenreiter mit >7.000 €/m²) Nachfrage zieht durch bessere Zinskonditionen wieder an
Einfamilienhäuser Ø ca. 4.070 €/m² (+6 % zum Vorjahr) Wunsch nach Wohneigentum bleibt trotz strenger Kreditvergabe hoch
Neubau-Mieten (Netto) Ø 10,7 €/m² (+3,2 % zum Vorjahr) Steigende Baukosten treiben die Preise im privaten Neubau nach oben
Altbau-Mieten (Netto) Ø 8,5 €/m² (stabil zum Vorquartal) Trotz Richtwertanhebungen bleibt das Altbausegment relativ konstant
Genossenschafts- & Gemeindebau Ø 5,7 €/m² bis 6,5 €/m² (+2,5 % bis +3,7 %) Moderater, inflationsbedingter Zuwachs im geförderten Segment

ESG und Finanzierung als Schlüsselfaktoren

Zwei wesentliche Treiber bestimmen das Geschehen im "New Normal" des Marktes: Zum einen bleibt die Finanzierung herausfordernd, da Banken weiterhin strenge Vergabekriterien anlegen. Zum anderen öffnet sich die Preisschere bei der Energieeffizienz: Während nachhaltige, energieeffiziente Immobilien (ESG-konform) wertstabil bleiben oder zulegen, stehen unsanierte Bestandsgebäude mit schlechten Energiewerten unter erheblichem Preisdruck.