120 KI-MEGA-RECHENZENTREN in Deutschland geplant

Stand: 13. September 2026

Ja, in Deutschland erlebt der Bau von riesigen Rechenzentren (sogenannten Hyperscalern) aktuell und im kommenden Jahr einen beispiellosen Boom.

Angetrieben durch die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) befindet sich das Land inmitten einer massiven Ausbauwelle. Im März 2026 hat die Bundesregierung eine offizielle Rechenzentrumsstrategie beschlossen, die vorsieht, die gesamten Rechenkapazitäten in Deutschland bis 2030 zu verdoppeln und die Kapazitäten für KI-Anwendungen sogar zu vervierfachen. Eine aktuelle investigative Datenrecherche des Projekts „Heiße Luft“ zeigt, dass deutschlandweit derzeit rund 120 gigantische Projekte geplant sind, wovon sich bereits über 40 mitten in der Bauphase befinden.

Dabei verändert sich der Markt grundlegend: Während der Großteil der Rechenleistung traditionell rund um den Internetknoten in Frankfurt am Main konzentriert war, weichen die Investoren wegen dortiger Stromknappheit vermehrt in ländliche Regionen und andere Bundesländer aus. 

Wo die neuen Riesen-Rechenzentren entstehen

  • Brandenburg (Spreewald): Auf dem Gelände eines ehemaligen Braunkohlekraftwerks (Lübbenau) baut die Schwarz-Gruppe (Lidl/Kaufland) ein gigantisches KI-Rechenzentrum. Die Investitionssumme liegt bei 11 Milliarden Euro. Es sollen dort künftig bis zu 100.000 Hochleistungschips arbeiten. 
  • Schleswig-Holstein: Aufgrund der enormen Verfügbarkeit von günstigem, grünem Windstrom drängen Investoren massiv in den Norden. Geplante Großprojekte in dieser Region könnten rein rechnerisch die bisherige Gesamtleistung Deutschlands übersteigen. 
  • Hessen & Berlin: Google investiert bis 2029 rund 5,5 Milliarden Euro in Deutschland, baut unter anderem ein neues Großrechenzentrum in Dietzenbach sowie neue Standorte in Hanau, Berlin und München aus. Zudem baut Microsoft ein Riesen-Rechenzentrum für seine Cloud Azure, das eine gigantische Anschlussleistung von 520 Megawatt erreichen kann. 
  • Baden-Württemberg (Philippsburg): Auf dem Gelände einer ehemaligen Goodyear-Fabrik und eines Kernkraftwerks plant die Wirth-Gruppe ein weiteres "Hyperscale"-Rechenzentrum, das eine Multimilliarden-Investition darstellt. 
  • Bayern (München): Im Münchner Tucherpark haben die Deutsche Telekom und Nvidia im Jahr 2026 eine 1 Milliarde Euro teure, industrielle KI-Cloud mit rund 10.000 Hochleistungschips in Betrieb genommen. 

Wer hinter den Projekten steckt

Der Markt wird stark von US-amerikanischen Tech-Giganten wie Amazon (AWS), Google und Microsoft dominiert, die den KI-Wettlauf anführen. Daneben drängen jedoch verstärkt europäische Unternehmen wie die Schwarz-Gruppe oder die Deutsche Telekom in den Markt, um die digitale Souveränität Europas zu stärken. 

Kontroversen um den Bau

Der massive Boom sorgt lokal auch für heftige Diskussionen. Die Rechenzentren benötigen gigantische Mengen an Strom und Kühlwasser. Einige der geplanten Riesen-Projekte entstehen in Landkreisen, die ohnehin unter akutem Grundwasserstress leiden, weshalb Bürgerinitiativen und Umweltschützer zunehmend Alarm schlagen.

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