Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland

Stand: 20. Oktober 2026

Zum 20. Oktober 2026 wird die Berichterstattung über Menschen mit Migrationshintergrund und die Migrationspolitik in Deutschland von mehreren drastischen politischen Entwicklungen, Debatten über den Sozialstaat sowie neuen sozialwissenschaftlichen Daten geprägt. 

Hier sind die aktuellen Hauptschlagzeilen im Überblick:

1. Migrantenverbände fordern Schutzplan vor möglicher AfD-Regierung

Die aktuell dominierende Schlagzeile betrifft einen dringenden Appell von Migrantenorganisationen (u. a. der Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen und der Türkischen Gemeinde in Deutschland). Angesichts einer möglichen AfD-Regierungsbeteiligung in Sachsen-Anhalt fordern die Verbände von Bundeskanzler Friedrich Merz und den Ministerpräsidenten einen verbindlichen „Schutzplan für Minderheiten“ sowie eine Bund-Länder-Kommission. Sie berichten von einem drastischen Anstieg rassistischer Angriffe und verlangen zudem, die Wohnsitzauflagen für Asylsuchende zu lockern, damit bedrohte Menschen das Bundesland im Ernstfall verlassen können. Die Bundesregierung bezeichnete die Lage in Sachsen-Anhalt bisher als „hypothetische Situation“. 

2. Studie zur Altersarmut bei ehemaligen Gastarbeitern

Eine gestern veröffentlichte Sonderauswertung der Deutschen Rentenversicherung für den Mediendienst Integration sorgt für Schlagzeilen beim Thema historische Einwanderung. Die Daten zeigen eine massive Altersarmut unter türkeistämmigen Gastarbeitern. Rentenempfänger mit türkischer Staatsangehörigkeit erhalten in Deutschland im Schnitt 360 Euro weniger Rente als deutsche Rentner (890 Euro vs. 1.250 Euro). Besonders betroffen sind Frauen mit durchschnittlich nur 687 Euro im Monat. Der Anteil derer, die im Alter auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind, ist bei dieser Gruppe dreimal so hoch wie bei Menschen ohne Migrationshintergrund. 

3. Kontroverse Debatte um Sozialstaat und Arbeitsmarkt

In den Medien wird intensiv über die wirtschaftliche Bilanz der Zuwanderung diskutiert: 

  • Renten-Stütze: Große Medienberichte (u. a. in DIE ZEIT) betonen, dass Migranten und Geflüchtete eine fundamentale Stütze des deutschen Umlagerentensystems sind. Von den Geflüchteten, die 2015 nach Deutschland kamen, stehen mittlerweile 64 Prozent in sozialversicherungspflichtiger Arbeit und finanzieren die Renten der aktuellen "Babyboomer"-Generation mit. 
  • Kosten der Asylpolitik: Gleichzeitig weisen Kritiker in TV-Debatten und Analysen auf die immensen staatlichen Gesamtkosten hin. Die flüchtlingsbezogenen Ausgaben von Bund, Ländern und Kommunen seit 2016 summierten sich auf mindestens 400 Milliarden Euro. Berichtet wird zudem über einen Anstieg ausländischer Empfänger bei der staatlichen Grundsicherung. 

4. Debatte über Jugendgewalt und Abschiebungen nach Schulangriff

Nach einem schweren und brutalen Angriff auf einen Schüler in Frankfurt (Oder), bei dem das Geschehen von umstehenden Jugendlichen gefilmt wurde, ist eine heftige politische Diskussion entbrannt. Da die Tatverdächtigen einen Migrationshintergrund haben, fordern Unionspolitiker wie Brandenburgs Innenminister Jan Redmann eine klare Benennung der Herkunft und diskutieren als Konsequenz strikte jugendrechtliche Konsequenzen bis hin zu Abschiebungen. 

5. Internationale Asylpolitik und Grenzkontrollen

Nach dem EU-Gipfel Mitte Oktober steht die Umsetzung des europäischen Asylsystems (GEAS) im Fokus. Deutschland treibt gemeinsam mit europäischen Partnern Pläne voran, Abschiebezentren in Drittstaaten außerhalb der EU zu errichten. Während die Zahl der Asylanträge im langfristigen Trend im Vergleich zu den Vorjahren stark rückläufig ist (unter anderem bedingt durch die veränderte Lage in Syrien), meldet das BAMF für den abgelaufenen Monat September einen leichten temporären Anstieg bei den Erstanträgen. 

 

Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland

Stand: September 2026

In Deutschland leben aktuell 25,8 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Das entspricht einem Anteil von 31,1 Prozent (also fast jeder dritten Person) der gesamten deutschen Bevölkerung von rund 82,7 Millionen Menschen in Privathaushalten. 

Hinweis zur Statistik: Das Statistische Bundesamt nutzt seit Kurzem parallel auch die enger gefasste Kategorie „Einwanderungsgeschichte“. Nach dieser Definition (die z. B. Enkelkinder von Eingewanderten nicht mehr mitzählt) leben rund 21,8 Millionen Menschen mit internationaler Geschichte im Land. 

Hier sind die wichtigsten Details im Überblick:

Zusammensetzung & Staatsangehörigkeit

  • Mit deutschem Pass: Etwa 13,5 Millionen der Menschen mit Migrationshintergrund besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit.
  • Ausländische Staatsangehörigkeit: Rund 12,3 Millionen Personen sind Ausländerinnen und Ausländer.
  • Geburtsort: Gut 63 Prozent (16,3 Millionen) sind selbst nach Deutschland eingewandert (erste Generation). Die restlichen 37 Prozent sind bereits in Deutschland geboren. 

Die häufigsten Herkunftsländer

Die Zuwanderung ist stark europäisch geprägt – fast 61 Prozent der Betroffenen haben ihre Wurzeln in Europa. Die größten Herkunftsgruppen (bezogen auf das eigene Geburtsland oder das der Eltern) sind: 

  • 🇹🇷 Türkei: 3,1 Millionen (12,0 %)
  • 🇵🇱 Polen: 2,2 Millionen (8,7 %)
  • 🇷🇺 Russland: 1,4 Millionen (5,3 %)
  • 🇺🇦 Ukraine: 1,4 Millionen (5,3 %)
  • 🇰🇿 Kasachstan: 1,3 Millionen (5,2 %)
  • 🇸🇾 Syrien: 1,3 Millionen (5,0 %) 

Regionale Unterschiede & Alter

  • West vs. Ost: In Westdeutschland hat gut jede dritte Person einen Migrationshintergrund (34,4 %), in Ostdeutschland etwa jede achte Person (12,1 %). 
  • Spitzenreiter: Das Bundesland mit dem prozentual höchsten Anteil ist Bremen (46,0 %). Die meisten Betroffenen in absoluten Zahlen leben in Nordrhein-Westfalen. 
  • Altersstruktur: Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist im Schnitt deutlich jünger. Bei den Kindern unter fünf Jahren liegt der Anteil bereits bei 42,7 Prozent. 

Möchten Sie genauere Informationen zu einem bestimmten Bundesland erhalten oder interessiert Sie, wie sich die Zahlen in den letzten Jahren verändert haben? Senden Sie uns einfach eine E-Mail an Info@Immobilien-Henke.de.