Das Miteinander-Leben in Deutschland 

Stand: September 2026

Die aktuelle Situation des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des Zusammenlebens in Deutschland zum 12. September 2026 ist von einer tiefen Kluft zwischen pessimistischer öffentlicher Wahrnehmung und starken privaten Bedürfnissen nach Stabilität geprägt. Aktuelle Studien und Umfragen zeichnen ein detailliertes Bild der gesellschaftlichen Stimmung: 

Die Kernfakten zur gesellschaftlichen Stimmung

  • Wachsende Sorgen vor gesellschaftlichem Wandel: Laut dem aktuellen Allianz 3am Report vom September 2026 steht der politische und gesellschaftliche Wandel erstmals auf Platz 1 der größten persönlichen Sorgen der Menschen in Deutschland (50 Prozent) – noch vor Gesundheit und Finanzen. Deutschland ist das einzige von zehn untersuchten Ländern, in dem dieser Wandel als größte Belastung empfunden wird. 
  • Kritische Bewertung des Miteinanders: In repräsentativen Umfragen (wie der Forsa-Erhebung für die DAK) bewerten rund 67 Prozent der Bürger das soziale Miteinander als schlecht oder eher schlecht. Zudem geben 77 Prozent an, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt in den vergangenen drei Jahren spürbar nachgelassen hat. 
  • Die Sehnsucht nach Zusammenhalt: Trotz der wahrgenommenen Spaltung gibt es ein starkes Fundament im Privaten: Die große Mehrheit der Menschen wünscht sich ein friedliches Zusammenleben, und Initiativen wie die bundesweite Interkulturelle Woche oder der Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt verzeichnen eine rege lokale Beteiligung, um den Dialog zwischen unterschiedlichen Kulturen und Lebensrealitäten zu stärken. 

Belastungsfaktoren und Konfliktlinien

Die Stimmung wird im September 2026 durch mehrere konkrete und strukturelle Herausforderungen strapaziert:

  • Wohnungsnot und soziale Ungleichheit: Der aktuelle Soziale Wohn-Monitor zeigt, dass in Deutschland rund 1,4 Millionen Wohnungen fehlen. Die extrem hohen Wohnkosten – insbesondere für junge Menschen und Studierende, die oft mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Miete aufwenden müssen – verschärfen das Gefühl sozialer Ungerechtigkeit. Die FGZ-Jahreskonferenz befasst sich Mitte September explizit mit dieser sozialen Spaltung durch Reichtumskonzentration. 
  • Migration und internationale Krisen: Durch den anhaltenden Zuzug der vergangenen Jahre (unter anderem infolge des Ukraine-Kriegs und des Syrien-Konflikts) leben mehr als vier Millionen Geflüchtete und Vertriebene in Deutschland. Während Integration auf kommunaler Ebene oft engagiert gelebt wird, wirken globale Konflikte und Debatten um nationale Sicherheits- und Migrationspolitiken stark in den Alltag und in politische Aushandlungsprozesse hinein. 
  • Politische Polarisierung: Aktuelle Ereignisse wie die Landtagswahlen im September 2026 (z. B. in Sachsen-Anhalt) spiegeln die Zerrissenheit der politischen Landschaft wider. Das Spannungsverhältnis zwischen demokratischen Verfahren und autoritären Tendenzen sorgt für anhaltende Diskussionen über das Vertrauen in staatliche Institutionen und Medien. 

Fazit: Das „Leben miteinander“ in Deutschland ist derzeit von einer hohen Verunsicherung und einer spürbaren Polarisierung im öffentlichen Raum geprägt. Gleichzeitig flüchten sich die Menschen verstärkt ins Private, wo Werte wie Familie, Freundschaft und gegenseitige Wertschätzung weiterhin als die wichtigsten Glückstreiber gelten.