BRICS(+)-Staaten
Gipfeltreffen vom 15. September 2026
Die wichtigsten aktuellen Meldungen und Entwicklungen rund um den BRICS-Verbund stehen unmittelbar nach dem Abschluss des 18. BRICS-Gipfels in Neu-Delhi (12.–13. September 2026) unter dem Vorsitz Indiens im Fokus:
🛑 Die „Erklärung von Neu-Delhi“ verabschiedet
Nach intensiven Verhandlungen bis in die frühen Morgenstunden einigten sich die inzwischen elf Mitgliedstaaten auf eine gemeinsame, 45-seitige Abschlusserklärung:
- Fokus Irankrieg & Nahost: Die BRICS-Staaten äußern tiefe Besorgnis über die militärische Eskalation im Mittleren Osten und fordern „maximale Zurückhaltung“. Gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur und Atomanlagen wurden als Völkerrechtsverstoß verurteilt.
- Umschiffung interner Gräben: Da sowohl der Iran als auch die USA-Verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) am Tisch saßen, vermied die Erklärung die Nennung konkreter Schuldiger, um den Gipfel nicht am Streit über den Westasien-Konflikt scheitern zu lassen.
- Kritik an den USA: Ohne die USA explizit beim Namen zu nennen, verurteilte die Allianz einseitige Zölle, Wirtschaftssanktionen und Protektionismus, da diese die Welthandelsorganisation (WTO) untergraben.
🤝 Durchbruch: Annäherung zwischen Indien und China
Eine der bedeutendsten aktuellen Meldungen betrifft das bilaterale Verhältnis der beiden asiatischen Großmächte:
- Chinas Staatschef Xi Jinping und Indiens Premierminister Narendra Modi haben am Rande des Gipfels einen „wichtigen Konsens“ erzielt.
- Nach jahrelangen Grenzstreitigkeiten erklärten beide Seiten offiziell, dass China und Indien Partner statt Rivalen sein sollten. Xi reiste dafür das erste Mal seit sieben Jahren wieder nach Indien.
🌍 Wirtschaftliche und strategische Stoßrichtung
- Gegengewicht zum Westen: Narendra Modi betonte, der Globale Süden müsse von einem reinen „Regelbeflger“ zu einem „Regelgestalter“ aufsteigen.
- Zahlungsverkehr im Fokus: Statt einer gemeinsamen Währung forcierten die Staaten den Ausbau von digitalen Bezahlsystemen und die Abwicklung des bilateralen Handels in nationalen Währungen, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren.
- Ausblick 2027: Der nächste reguläre BRICS-Gipfel (der dann 19.) wird im kommenden Jahr in China stattfinden.
Der BRICS-Block repräsentiert nach den jüngsten Erweiterungen (u. a. Iran, Ägypten, VAE, Indonesien) fast die Hälfte der Weltbevölkerung und rund 40 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.
BRICS(+)-Staaten
Gipfeltreffen vom 12. September 2026
Beim jährlichen BRICS-Gipfeltreffen in Neu-Delhi, Indien, haben sich die Staats- und Regierungschefs am 12. September 2026 überraschend schnell auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. Das zweitägige Treffen des erweiterten Bündnisses („BRICS+“) steht massiv im Zeichen der Kriege in der Ukraine und vor allem des aktuellen Krieges im Nahen Osten, welcher die globalen Energiemärkte schwer belastet.
Die wichtigsten Eilmeldungen & Beschlüsse vom Gipfel:
- Gemeinsame Erklärung verabschiedet: Unter der Vermittlung des indischen Gastgebers Narendra Modi einigten sich die Mitgliedstaaten auf einen 45-seitigen Entwurf. Darin werden „einseitige Kriege“ zwar verurteilt, konkrete Länder oder Verantwortliche (wie Russland oder die USA/Israel) werden jedoch namentlich nicht genannt.
- Appell zu „maximaler Mäßigung“ im Irankrieg: Angesichts der schweren militärischen Eskalation in der Golfregion fordert die BRICS-Gruppe von allen Akteuren äußerste Zurückhaltung. Zudem erteilten die Staaten Zwangsvertreibungen aus dem Gazastreifen eine klare Absage.
- Wichtige Staatschefs vor Ort: Anders als bei vergangenen Treffen sind Chinas Staatschef Xi Jinping (erstmals seit sieben Jahren wieder in Indien) und Russlands Präsident Wladimir Putin persönlich nach Neu-Delhi gereist. Auch der iranische Präsident Masud Peseschkian nimmt teil.
- Interner Machtkampf hinter den Kulissen: Beobachter berichten von einem tiefen Ringen zwischen China und Indien, um die künftige Ausrichtung des Blocks. Während Peking die Gruppe als explizites politisches Gegengewicht zum Westen formen will, drängt Indien darauf, die Interessen des Globalen Südens zu vertreten, ohne sich in ein anti-westliches Lager drängen zu lassen.
- Überwindung eigener Gräben: Die gemeinsame Erklärung gilt als großer diplomatischer Erfolg für Indien. Sie dient auch dazu, die akuten Spannungen zwischen den neuen BRICS-Mitgliedern Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zu überbrücken. Die VAE hatte zuletzt den Finanzverkehr mit Teheran nach iranischen Raketenangriffen gestoppt.
Hintergrund zur aktuellen Bedrohung der Wirtschaft:
Der Nahost-Konflikt betrifft die BRICS-Staaten direkt. Nach Drohnenangriffen auf eine wichtige saudische Ölpipeline und der Kontrolle einer zentralen Meerenge am Roten Meer durch Huthi-Rebellen sind die Preise für Rohöl und Gas weltweit stark gestiegen. Dies belastet vor allem die großen Energieimporteure China und Indien massiv.
Durch die jüngsten Beitritte gehören dem Bündnis neben den Gründerstaaten mittlerweile auch Ägypten, Äthiopien, Indonesien, der Iran und die VAE an. Zusammen repräsentieren sie über 40 Prozent der Weltbevölkerung.



