NATO und die BRICS+/Staaten

Stand: 16. September 2026

Am heutigen 16. September 2026 lässt sich kein klarer Gewinner oder Verlierer in einem direkten Konflikt zwischen der NATO und den BRICS-Staaten ausmachen, da es sich nicht um eine direkte militärische Konfrontation, sondern um eine geopolitische und wirtschaftliche Dynamik handelt.

Betrachtet man die globale politische Lage direkt nach dem jüngst am 13. September 2026 zu Ende gegangenen BRICS-Gipfel in Neu-Delhi, zeichnet sich ein differenziertes Bild der geopolitischen Gewinner und Verlierer ab: 

🏆 Die Gewinner der aktuellen Lage

  • Indien (als Vermittler): Als Gastgeber des jüngsten Gipfels hat sich Indien erfolgreich als Brücke zwischen den Welten inszeniert. Das Land konnte trotz interner Spannungen eine einstimmige gemeinsame Erklärung erwirken, stärkt seine Position im „Globalen Süden“ und pflegt gleichzeitig gute Beziehungen zu westlichen NATO-Partnern. 
  • China: China bleibt das wirtschaftliche Schwergewicht des Bündnisses. Mit der Übernahme des BRICS-Vorsitzes für das kommende Jahr kann Staatschef Xi Jinping die strategische Ausrichtung hin zu einem integrierten Markt und stabileren, westunabhängigen Lieferketten weiter vorantreiben. 
  • Die Diplomatie der BRICS-Gruppe (Interne Kohäsion): Dass gegensätzliche Akteure wie der Iran auf der einen Seite sowie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) auf der anderen Seite gemeinsam am Tisch saßen und sich auf diplomatische Formulierungen zum aktuellen Irankrieg verständigten, gilt als symbolischer Erfolg für den Zusammenhalt des Blocks. 

📉 Die Verlierer oder Stagnierenden

  • NATO und der Westen (Verlust an globalem Monopol): Die BRICS-Staaten repräsentieren inzwischen rund 50 Prozent der Weltbevölkerung und 40 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Die zunehmende Institutionalisierung dieser Gruppe zeigt, dass der Westen und die NATO in geopolitischen Fragen nicht mehr die alleinige Deutungshoheit besitzen. 
  • Konkrete politische Handlungsfähigkeit (Die BRICS-Gemeinschaft als Ganzes): Obwohl Einigkeit demonstriert wurde, blieben die Beschlüsse in den großen Krisen – wie dem Konflikt im Nahen Osten bzw. der Golfregion – vage. Schuldige wurden aus Rücksicht auf die unterschiedlichen nationalen Interessen und Allianzen nicht benannt. Die Allianz bleibt zu divers, um eine echte, koordinierte Schlagkraft gegen die westliche Sicherheitsarchitektur zu entwickeln.
  • Globale Stabilität: Die tiefe Polarisierung und das Misstrauen zwischen den Blöcken (NATO-Raum vs. anti-westliche bzw. blockfreie Strömungen) belasten weiterhin die internationalen Lieferketten und die globale Sicherheit, was in den Abschlusserklärungen ausdrücklich besorgt festgehalten wurde. 

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die BRICS-Staaten gewinnen an symbolischer und wirtschaftlicher Breite, bleiben jedoch aufgrund ihrer inneren Zerrissenheit politisch gehemmt. Die NATO behauptet ihre militärische Vormachtstellung, muss sich jedoch mit einem immer selbstbewussteren und breiteren wirtschaftlichen Gegenpol des Globalen Südens arrangieren.