NATO und die BRICS+/Staaten

Stand: 20. September 2026

Es gibt am heutigen 20. September 2026 keine aktuellen Eilmeldungen über eine direkte militärische Konfrontation oder neue akute Zwischenfälle zwischen der NATO und den BRICS-Staaten. Die geopolitische Lage bleibt jedoch nach dem jüngst zu Ende gegangenen 18. BRICS-Gipfel in Neu-Delhi (12.–13. September 2026) hochgradig angespannt, insbesondere durch die geopolitischen Bruchlinien im Nahen Osten und die fortschreitende Blockbildung.

Die aktuellen Entwicklungen im Beziehungsgefüge und die Nachwehen des Gipfels teilen sich in folgende Kernbereiche auf:


📊 Die geopolitische Dynamik im September 2026

  • Der Irankrieg im Fokus: Das bestimmende Thema, das auch das Verhältnis zum westlichen Bündnis belastet, ist der andauernde Krieg zwischen den USA/Israel und dem Iran (einem BRICS-Mitglied). Die BRICS-Staaten verabschiedeten eine 45-seitige Abschlusserklärung ("New Delhi Declaration"), in der sie zu "maximaler Zurückhaltung" in der Golfregion aufriefen und Angriffe auf zivile Atomanlagen scharf verurteilten. Concretely, die NATO-Führung beobachtet diese Frontbildung genau, da der Iran massiv wirtschaftlich und logistisch durch China und Russland gestützt wird.
  • Kritik an westlicher Aufrüstung und Sanktionen: Brasiliens Präsident Lula da Silva kritisierte im Rahmen der Gipfel-Umfelder explizit NATO-Beschlüsse zur Aufrüstung. Zudem verurteilte die BRICS-Allianz – ohne die USA oder die NATO-Staaten direkt beim Namen zu nennen – einseitige Wirtschaftssanktionen, Sekundärsanktionen sowie die Handelspolitik der USA.
  • Kein geschlossener "Anti-NATO"-Block: Der indische Premierminister Narendra Modi bremste Versuche von China und Russland aus, BRICS in ein rein anti-westliches Militärbündnis nach NATO-Vorbild zu verwandeln. Indien betont weiterhin seine "Multi-Alignment"-Strategie: Gute Beziehungen zu den USA und Europa schließen eine Partnerschaft im BRICS-Format nicht aus. Indien stellte klar: BRICS besitzt keine Beistandspflicht wie die NATO (Artikel 5) und verfolgt primär wirtschaftliche Reformen.
  • Annäherung China-Indien: Eine wichtige strategische Verschiebung für das globale Gleichgewicht ist der am Rande des Gipfels erzielte Konsens zwischen Xi Jinping und Narendra Modi. Nach jahrelangen Grenzstreitigkeiten erklärten beide Staaten, fortan als Partner statt als Rivalen agieren zu wollen, was die Verhandlungsposition des Globalen Südens gegenüber dem Westen stärkt.

🔍 Finanzieller Hintergrund & Wirtschaftliche Abkehr

Für westliche Anleger und Marktbeobachter ist die strategische Stoßrichtung der BRICS-Staaten zur Verringerung der Abhängigkeit von westlichen Systemen von zentraler Bedeutung:
  • Zahlungsverkehr & De-Dollarisierung: Anstelle einer eigenen Währung forcierten die mittlerweile elf Mitgliedstaaten in Neu-Delhi den Ausbau interoperabler digitaler Bezahlsysteme. Ziel ist es, den bilateralen Handel vollständig in nationalen Währungen abzuwickeln, um das vom Westen dominierte SWIFT-System zu umgehen und sich vor NATO- beziehungsweise US-Sanktionen zu schützen.
  • Technologische Autonomie: Auf dem Gipfel wurde beschlossen, die Abhängigkeit von westlichen Satelliten und Systemen für strategische und militärische Kommunikation mittelfristig auf null zu reduzieren.

 

NATO und die BRICS+/Staaten

Stand: 16. September 2026

Am heutigen 16. September 2026 lässt sich kein klarer Gewinner oder Verlierer in einem direkten Konflikt zwischen der NATO und den BRICS-Staaten ausmachen, da es sich nicht um eine direkte militärische Konfrontation, sondern um eine geopolitische und wirtschaftliche Dynamik handelt.

Betrachtet man die globale politische Lage direkt nach dem jüngst am 13. September 2026 zu Ende gegangenen BRICS-Gipfel in Neu-Delhi, zeichnet sich ein differenziertes Bild der geopolitischen Gewinner und Verlierer ab: 

🏆 Die Gewinner der aktuellen Lage

  • Indien (als Vermittler): Als Gastgeber des jüngsten Gipfels hat sich Indien erfolgreich als Brücke zwischen den Welten inszeniert. Das Land konnte trotz interner Spannungen eine einstimmige gemeinsame Erklärung erwirken, stärkt seine Position im „Globalen Süden“ und pflegt gleichzeitig gute Beziehungen zu westlichen NATO-Partnern. 
  • China: China bleibt das wirtschaftliche Schwergewicht des Bündnisses. Mit der Übernahme des BRICS-Vorsitzes für das kommende Jahr kann Staatschef Xi Jinping die strategische Ausrichtung hin zu einem integrierten Markt und stabileren, westunabhängigen Lieferketten weiter vorantreiben. 
  • Die Diplomatie der BRICS-Gruppe (Interne Kohäsion): Dass gegensätzliche Akteure wie der Iran auf der einen Seite sowie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) auf der anderen Seite gemeinsam am Tisch saßen und sich auf diplomatische Formulierungen zum aktuellen Irankrieg verständigten, gilt als symbolischer Erfolg für den Zusammenhalt des Blocks. 

📉 Die Verlierer oder Stagnierenden

  • NATO und der Westen (Verlust an globalem Monopol): Die BRICS-Staaten repräsentieren inzwischen rund 50 Prozent der Weltbevölkerung und 40 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Die zunehmende Institutionalisierung dieser Gruppe zeigt, dass der Westen und die NATO in geopolitischen Fragen nicht mehr die alleinige Deutungshoheit besitzen. 
  • Konkrete politische Handlungsfähigkeit (Die BRICS-Gemeinschaft als Ganzes): Obwohl Einigkeit demonstriert wurde, blieben die Beschlüsse in den großen Krisen – wie dem Konflikt im Nahen Osten bzw. der Golfregion – vage. Schuldige wurden aus Rücksicht auf die unterschiedlichen nationalen Interessen und Allianzen nicht benannt. Die Allianz bleibt zu divers, um eine echte, koordinierte Schlagkraft gegen die westliche Sicherheitsarchitektur zu entwickeln.
  • Globale Stabilität: Die tiefe Polarisierung und das Misstrauen zwischen den Blöcken (NATO-Raum vs. anti-westliche bzw. blockfreie Strömungen) belasten weiterhin die internationalen Lieferketten und die globale Sicherheit, was in den Abschlusserklärungen ausdrücklich besorgt festgehalten wurde. 

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die BRICS-Staaten gewinnen an symbolischer und wirtschaftlicher Breite, bleiben jedoch aufgrund ihrer inneren Zerrissenheit politisch gehemmt. Die NATO behauptet ihre militärische Vormachtstellung, muss sich jedoch mit einem immer selbstbewussteren und breiteren wirtschaftlichen Gegenpol des Globalen Südens arrangieren.