Lage der BRICS(+)-Staaten

"News of the day"

Stand: 15. Oktober 2026

Die BRICS-Plus-Staaten präsentieren sich im Oktober 2026 als wirtschaftlich dominantes, aber politisch tief gespaltenes Bündnis. Nach dem jüngsten Jahresgipfel im September 2026 in Neu-Delhi (Indien) hat das gemeinsame Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Allianz das der G7-Staaten mittlerweile deutlich überholt. Trotz dieser wirtschaftlichen Dynamik agiert das Bündnis bei konkreten geopolitischen Krisen aufgrund interner Blockaden weitgehend handlungsunfähig. 

Die aktuelle Lage lässt sich in folgende Kernbereiche unterteilen:

Wirtschaftliche Dominanz vs. Geopolitische Blockade

  • Wirtschaftliches Schwergewicht: Die Allianz repräsentiert rund 50 % der Weltbevölkerung und über 40 % der globalen Wirtschaftsleistung.
  • Politische Zerrissenheit: Bei geopolitischen Konflikten wie dem Nahost-Krieg oder dem Ukraine-Krieg zeigt sich die Gruppe intern tief gespalten. Die "Erklärung von Neu Delhi" rief lediglich vage zu „maximaler Zurückhaltung“ auf, sparte jedoch konkrete Schuldzuweisungen aus, um den internen Konsens zwischen Mitgliedern wie dem Iran und moderateren Staaten nicht zu gefährden. 

Interne Dynamiken und Machtkämpfe

  • Anti-westlicher Kurs vs. Neutralität: China und Russland versuchen verstärkt, die Allianz als explizit anti-westliches Instrument zu positionieren. Demgegenüber stehen Demokratien wie Indien und Brasilien, die BRICS lediglich als neutrales Forum zur Vertretung des Globalen Südens sehen und eine offene Konfrontation mit dem Westen ablehnen. 
  • Blockierte Kernprojekte: Indiens und Brasiliens Widerstand verhinderte weitreichende anti-westliche Initiativen Russlands und Chinas, wie etwa die Einführung einer gemeinsamen BRICS-Währung oder eine radikale, erzwungene De-Dollarisierung. 
  • Annäherung der Großmächte: Ein positiver Nebeneffekt des Gipfels war die bilaterale Annäherung zwischen Indien und China. Xi Jinping besuchte Indien erstmals seit Jahren wieder zu persönlichen Gesprächen mit Premierminister Narendra Modi, was die Grenzspannungen im Himalaya vorerst entschärfte. 


Strategischer Ausblick für 2027

Die Machtverhältnisse innerhalb der Allianz könnten sich bald verschieben. China wird 2027 den BRICS-Vorsitz übernehmen. Xi Jinping fordert bereits jetzt einen stärker integrierten Markt und stabilere Lieferketten. Beobachter erwarten, dass Peking seine Präsidentschaft nutzen wird, um den anti-westlichen Kurs der Gruppe wieder deutlicher voranzutreiben.

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die BRICS-Plus-Staaten sind im Oktober 2026 ein wirtschaftlicher Gigant, aber ein politisches Paradoxon.

Das Bündnis hat die G7 wirtschaftlich überholt und besitzt ein enormes Gewicht auf globaler Ebene. Gleichzeitig verhindern tiefe interne Risse – insbesondere zwischen dem anti-westlichen Block (China, Russland, Iran) und den blockfreien Demokratien (Indien, Brasilien) – dass die Allianz zu einem geschlossenen geopolitischen Akteur heranwächst. Mit der chinesischen Präsidentschaft 2027 steht dem Bündnis im nächsten Jahr eine Zerreißprobe bevor, da Peking versuchen wird, das wirtschaftliche Fundament stärker für seine politische Agenda zu nutzen.

 

Lage zwischen der NATO und der BRICS+/Staaten

Stand: 10
. Oktober 2026

Die aktuelle Lage zwischen der NATO und den BRICS-Plus-Staaten ist durch eine fortschreitende globale Blockbildung und hohe geopolitische Spannungen geprägt. Eine direkte militärische Konfrontation oder neue akute Zwischenfälle zwischen den beiden Blöcken liegen nicht vor, allerdings stehen sich das westliche Verteidigungsbündnis und die erweiterte wirtschaftliche Allianz in wesentlichen globalen Konflikten misstrauisch gegenüber. 

Die Beziehungen werden maßgeblich durch zwei Dynamiken bestimmt:

1. Wirtschaftliche Verschiebung und Polarisierung

Die wirtschaftliche Dynamik hat sich massiv zugunsten der BRICS-Plus-Gruppe verlagert, deren gemeinsames Bruttoinlandsprodukt (BIP) das der G7-Staaten inzwischen deutlich überholt hat. Das Bündnis positioniert sich zunehmend selbstbewusst als wirtschaftliches Gegengewicht zum Westen. Auf dem im September 2026 zu Ende gegangenen 18. BRICS-Gipfel in Neu-Delhi forderten Schwergewichte wie China und Russland verstärkt unabhägige Lieferketten, ein faires WTO-Handelssystem und den Abbau westlichen Protektionismus. 

2. Geopolitische Blockade und interne Risse der BRICS Plus

Trotz ihrer gemeinsamen Rhetorik gegen die westliche Hegemonie zeigen die BRICS-Plus-Staaten angesichts der aktuellen Weltkrise – insbesondere des Irankriegs bzw. der Eskalation im Nahen Osten – eine tiefe politische Spaltung. Da sowohl der Iran als auch dessen regionale Rivalen wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Teil der nun auf elf Mitglieder angewachsenen Gruppe sind, blockiert sich die Allianz bei konkreten geopolitischen Fragen weitgehend selbst. 

Die "Erklärung von Neu Delhi" verurteilte zwar einseitige Kriege und mahnte "maximale Zurückhaltung" an, blieb jedoch vage und verzichtete auf konkrete Schuldzuweisungen oder Friedenspläne. Für die NATO bedeutet dies, dass die BRICS-Plus-Gruppe zwar als wirtschaftlicher Herausforderer ernst zu nehmen ist, als geschlossener sicherheitspolitischer Gegenpart jedoch aufgrund interner Divergenzen handlungsunfähig bleibt.

 

Lage der BRICS(+)-Staaten

Stand: 10. Oktober 2026

Die BRICS-Plus-Staaten präsentieren sich im Oktober 2026 als wirtschaftlich mächtiges, aber politisch tief gespaltenes Bündnis. Nach dem 18. BRICS-Gipfel in Neu-Delhi (Indien), welcher am 12. und 13. September 2026 stattfand, wird die aktuelle Lage vor allem durch das Spannungsfeld zwischen einem enormen globalen Gewicht und internen geopolitischen Blockaden bestimmt. 

Die wichtigsten Entwicklungen und die aktuelle Lage zum 10. Oktober 2026:

1. Politische Blockade durch den Nahost-Konflikt

Der Gipfel stand massiv im Schatten des eskalierenden Krieges im Nahen Osten (unter Beteiligung des Irans). Obwohl führende Köpfe wie Chinas Präsident Xi Jinping, Russlands Präsident Wladimir Putin und der iranische Staatschef Masud Peseschkian eine geschlossene Front demonstrierten, offenbarte die Krise tiefe Risse im Bündnis: 

  • Die Delhi-Erklärung: Es wurde zwar die einstimmige New Delhi Declaration 2026 verabschiedet, diese blieb jedoch vage. Sie ruft zu „maximaler Zurückhaltung“ auf, vermeidet aber eine direkte Schuldzuweisung oder die Verurteilung von US-israelischen Militäraktionen. 
  • Interne Rivalitäten: Innerhalb der nun 11 Vollmitglieder (zu denen seit kurzem auch Indonesien gehört) prallen Welten aufeinander. Während der Iran im Krieg steht, pflegen andere Mitglieder wie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Indien enge Beziehungen zum Westen, was gemeinsame geopolitische Handlungen blockiert. Immerhin gab es am Rande des Gipfels direkte Vermittlungsgespräche zwischen dem Iran und den VAE.

2. Wirtschaftsmacht und Entdollarisierung

Wirtschaftlich ist die Allianz nicht mehr zu ignorieren. Die BRICS-Plus-Staaten repräsentieren mittlerweile rund 40 % des globalen BIP und fast 50 % der Weltbevölkerung. 

  • Keine gemeinsame Währung: Die Idee einer einheitlichen BRICS-Währung wurde nach heftigem Widerstand (u. a. von Indien und Brasilien) endgültig verworfen – auch wegen Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit Strafzöllen. 
  • Fokus auf alternative Zahlungssysteme: Statt einer Einheitswährung drängen die Staaten massiv auf den Handel in nationalen Währungen und den Ausbau eigener Finanz- und Cloudstrukturen, um die Abhängigkeit vom westlich dominierten SWIFT-System zu verringern. Als wichtigstes Werkzeug dient hierbei die New Development Bank (NDB). 

3. Zukunfts- und Technologiekooperation

Die Allianz versucht, sich im Bereich der Zukunftstechnologien neu aufzustellen: 

  • KI und Innovation: Es wurde vereinbart, eine Vorreiterrolle bei innovationsgetriebener Entwicklung und künstlicher Intelligenz (KI) einzunehmen, um westlichen Tech-Giganten Paroli zu bieten. 
  • Vorsitzwechsel: Für das kommende Jahr 2027 übernimmt China den BRICS-Vorsitz. Experten erwarten, dass Peking versuchen wird, das Bündnis noch deutlicher als anti-westliche Plattform zu positionieren, wogegen sich Staaten wie Indien und Brasilien, die für eine neutrale Vertretung des Globalen Südens stehen, weiterhin wehren.

 

Lage der BRICS(+)-Staaten

Stand: 08. Oktober 2026

Die aktuellsten Nachrichten und Entwicklungen rund um die BRICS-Staaten (häufig als „Briggs“ missverstanden) am und um den 08. Oktober 2026 konzentrieren sich auf eine neue Erweiterungswelle sowie laufende Arbeitsgruppenformate unter dem aktuellen indischen Vorsitz. 

Die wichtigsten Ereignisse teilen sich in folgende Kernbereiche auf:

📢 Formelles Beitrittsgesuch von Ghana

  • Kabinett und Parlament geben grünes Licht: Ghana hat am 07. und 08. Oktober 2026 offiziell beschlossen, einen formellen Antrag auf Mitgliedschaft in der BRICS-Gruppe einzureichen. 
  • Strategische Partnerschaft: Ghanas Außenminister Samuel Okudzeto Ablakwa gab die Entscheidung während eines Staatsbesuchs des indischen Außenministers Subrahmanyam Jaishankar in Accra bekannt. Ziel sei es, die wirtschaftlichen Optionen des Landes im Rahmen des Globalen Südens zu diversifizieren. 
  • Indische Unterstützung: Indien signalisierte Unterstützung, betonte jedoch, dass die Aufnahme eine kollektive Entscheidung aller Mitgliedstaaten sein muss. 

📅 BRICS-Termine und Foren am 08. Oktober 2026

  • BRICS Contingent Reserve Arrangement (CRA): Im offiziellen BRICS-Kalender ist für den 08. Oktober 2026 ein virtuelles Treffen des CRA-Finanzmechanismus angesetzt. 
  • Abschluss des BRICS Media Forum: In Moskau ging am 08. Oktober das dreitägige Medienforum (06.–08. Oktober) an der Plechanow-Universität zu Ende. Kernthemen waren KI-Governance, Finanzierung und die Förderung von Jungunternehmern. 
  • GIGA-Vortrag zu China und KI: Das deutsche GIGA-Institut veranstaltet am 08. Oktober eine Fachdiskussion über Chinas technologische Unabhängigkeit im KI-Sektor im Kontext der BRICS-Dynamiken. 

🌐 Hintergrund zum aktuellen Status 2026

Der große 18. BRICS-Gipfel der Staats- und Regierungschefs fand bereits im Vormonat, vom 12. bis 13. September 2026, im Bharat Mandapam in Neu-Delhi statt. Das Bündnis umfasst inzwischen 11 feste Mitglieder (darunter die Neuzugänge Ägypten, Äthiopien, Iran, VAE und Indonesien) sowie zahlreiche Partnerstaaten. Ende Oktober (26.–27. Oktober 2026) folgt mit dem 12. BRICS Parliamentary Forum in Neu-Delhi das nächste politische Großereignis der Gruppe.

 

Lage der BRICS(+)-Staaten

Stand: 04. Oktober 2026

Am heutigen 04. Oktober 2026 stehen die BRICS-Plus-Staaten vor allem im Zeichen einer entscheidenden innenpolitischen Entwicklung bei einem ihrer wichtigsten Gründungsmitglieder: In Brasilien finden heute die mit Spannung erwarteten Präsidentschaftswahlen statt. Da der amtierende Präsident Luiz Inácio Lula da Silva aufgrund des Wahlkampfs seine Teilnahme am vergangenen BRICS-Gipfel absagen musste, blickt die Allianz heute geschlossen auf das dortige Wahlergebnis. Es entscheidet darüber, ob das Land seinen linksgerichteten Kurs beibehält oder unter Flávio Bolsonaro zu einer Politik im Stil von Donald Trump zurückkehrt, was massive Auswirkungen auf die geopolitische Ausrichtung der BRICS-Gruppe und das Verhältnis zu den USA haben könnte. 

Zudem wirken die unmittelbaren Beschlüsse und diplomatischen Verschiebungen des 18. BRICS-Gipfels, der vor Kurzem unter indischer Führung in Neu-Delhi stattfand, heute akut nach: 

Aktuelle Kernentwicklungen nach dem Gipfel

  • Vorsichts- und Konsenspolitik im Nahost-Krieg: Die BRICS-Plus-Staaten (mittlerweile auf 11 feste Mitglieder angewachsen, darunter die verfeindeten Parteien Iran und die VAE) bemühen sich, die mühsam ausgehandelte Erklärung von Neu-Delhi zu wahren. Diese fordert „maximale Zurückhaltung“ im Nahost-Konflikt, vermeidet jedoch direkte Schuldzuweisungen, um ein Auseinanderbrechen der tief gespaltenen Allianz zu verhindern. 
  • Annäherung zwischen China und Indien: Chinas Staatschef Xi Jinping nutzte den Gipfel für seinen ersten Indien-Besuch seit fast sieben Jahren, um das Verhältnis zu Premierminister Narendra Modi zu stabilisieren. Beide Atommächte betonen heute eine forcierte wirtschaftliche Partnerschaft bei gleichzeitiger Eindämmung ihrer Grenzstreitigkeiten. 
  • Vorbereitungen auf den China-Vorsitz 2027: Hinter den Kulissen laufen bereits die strategischen Planungen für den kommenden Wechsel im Vorsitz an. Während Indien und Brasilien den Block als „nicht-westliches“, neutrales Forum halten wollen, drängt China ab 2027 auf eine deutliche Ausweitung innovationsgetriebener Allianzen (wie einer gemeinsamen KI-Open-Source-Zone) und eine aggressivere De-Dollarisierung. 

 

Lage der BRICS(+)-Staaten

Stand: 03. Oktober 2026

Die aktuelle Lage der BRICS+-Staaten am 03. Oktober 2026 ist geprägt von den Nachwirkungen des großen Gipfeltreffens in Neu-Delhi, das Mitte September unter indischem Vorsitz stattfand. Die Allianz hat sich offiziell auf 11 Mitgliedstaaten erweitert und demonstriert wirtschaftlich ein neues Selbstbewusstsein, da ihr addiertes Bruttoinlandsprodukt (BIP) mittlerweile deutlich über dem der G7-Staaten liegt. 

Politisch zeigt sich das Bündnis im Herbst 2026 jedoch in einem permanenten Spagat zwischen demonstrativer Einigkeit und innerer Zerrissenheit.

Die Dynamik lässt sich am besten anhand der strategischen Ausrichtungen und Kernkonflikte verdeutlichen:


Strategische Lagerbildung innerhalb von BRICS+

Die erweiterte Allianz agiert geopolitisch alles andere als homogen und teilt sich im Wesentlichen in zwei Lager: 

Haltung zum Westen Hauptakteure Primäres Ziel
Konfrontativ / Anti-Westlich China, Russland, Iran Aufbau einer echten alternativen Weltordnung; aggressive De-Dollarisierung.
Pragmatisch / Nicht-Westlich Indien, Brasilien Reform bestehender Institutionen (IWF, Weltbank); Brückenbauer zum Westen ohne harten Bruch.


Die wichtigsten aktuellen Entwicklungen (Stand Oktober 2026)

  • 🤝 Diplomatisches Tauwetter zwischen China und Indien: Eine der bedeutendsten Meldungen ist die bilaterale Annäherung der beiden asiatischen Riesen. Chinas Staatschef Xi Jinping reiste zum Gipfel das erste Mal seit sieben Jahren wieder nach Indien und erzielte mit Premierminister Narendra Modi einen „wichtigen Konsens“, um die jahrelangen Grenzstreitigkeiten im Himalaya zu entschärfen. Trotz dieses Handelsfriedens bleibt eine fundamentale Rivalität bestehen, da Indien Chinas Dominanz in Asien aktiv eindämmen will.
  • 🕊️ Vage Haltung zu globalen Krisen: Bezüglich der brennenden Konflikte – wie dem Ukraine-Krieg und dem eskalierenden Irankrieg im Nahen Osten – bleibt die Allianz intern gespalten. In ihrer gemeinsamen „Erklärung von Neu-Delhi“ riefen die Mitglieder lediglich vage zu „maximaler Zurückhaltung“ und dem Schutz von Lieferketten auf, vermieden jedoch klare Schuldzuweisungen. 
  • 🛡️ Absage an eine „Anti-NATO“: Die Staatschefs betonten explizit, dass BRICS+ keine militärische Allianz darstellt. Während Kernmitglieder wie Russland und der Iran in scharfer Konfrontation zum Westen stehen, lehnen Mitglieder wie Indien eine militärische Blockbildung strikt ab.
  • 💸 Fokus auf De-Dollarisierung und Finanzsysteme: Da eine gemeinsame Währung unrealistisch bleibt, forcieren die Staaten im Herbst 2026 intensiv den Ausbau digitaler Zentralbankwährungen (CBDCs). Ziel ist es, den bilateralen Handel vollständig in nationalen Währungen abzuwickeln und das westlich dominierte SWIFT-System schrittweise zu umgehen. 

Ausblick: Das Bündnis gewinnt durch seine schiere Größe (mittlerweile fast 50 % der Weltbevölkerung) massiv an symbolischer und wirtschaftlicher Breite. Die inhärenten Widersprüche zwischen demokratischen Staaten wie Indien und autokratischen Regimen wie China, Russland oder dem Iran blockieren jedoch eine geschlossene geopolitische Schlagkraft. Der nächste reguläre BRICS-Gipfel wird 2027 in China stattfinden, das dann den Vorsitz übernimmt.

 

Lage der BRICS(+)-Staaten

Stand: 01. Oktober 2026

Die BRICS-Plus-Staaten präsentieren sich zum 01. Oktober 2026 als wirtschaftlich dominantes, aber politisch tief gespaltenes Bündnis. Nach dem jüngst im September 2026 zu Ende gegangenen Jahresgipfel in Neu-Delhi (Indien) zeigt sich die Allianz zwar selbstbewusst gegenüber dem Westen, agiert bei konkreten geopolitischen Krisen jedoch weitgehend handlungsunfähig. 

Die aktuelle Lage der Staatengruppe lässt sich durch folgende Kernbereiche beschreiben:

Wirtschaftliche Dominanz vs. Geopolitische Blockade

Die wirtschaftliche Dynamik hat sich massiv zugunsten der BRICS-Plus-Staaten verschoben. Ihr gemeinsames Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat das der G7-Staaten mittlerweile deutlich überholt. Dennoch bremsen interne Konflikte den globalen Einfluss des Blocks aus.

Eine Übersicht über die zentralen Dynamiken, Treiber und Auswirkungen im Herbst 2026 zeigt die folgende Tabelle:

Variable / Faktor Zentrale Treiber & Entwicklung Auswirkung auf das Bündnis
Wirtschaftskraft Das BIP der Allianz liegt inzwischen rund 37 Prozent über dem der G7-Staaten. China treibt zudem eine aggressive eigene Währungsstrategie voran. Stark wachsendes Selbstbewusstsein gegenüber westlich dominierten Institutionen.
Erweiterung & Mitglieder Neben den Gründern und Ägypten, Äthiopien, Iran und den VAE gehört seit Kurzem auch Indonesien als Vollmitglied fest zur Gruppe. BRICS-Plus repräsentiert rund die Hälfte der Weltbevölkerung und 40 % der Wirtschaftsleistung.
Interne Rivalitäten Tiefe geopolitische Spannungen zwischen den beiden asiatischen Schwergewichten Indien und China. Lähmung des Bündnisses in echten geopolitischen Konfrontationen.
Interessenkonflikte im Nahen Osten Gegensätzliche politische Positionen zwischen dem Iran auf der einen und Saudi-Arabien sowie den VAE auf der anderen Seite. Unfähigkeit, konkrete multilaterale Lösungsansätze zu beschließen.

Ergebnisse des Gipfels in Neu-Delhi (September 2026)

  • Vage Absichtserklärungen: In der verabschiedeten „Erklärung von Neu-Delhi“ drückten die Staatschefs zwar tiefe Besorgnis über die Eskalation im Nahost und der Golfregion aus und riefen zu „maximaler Zurückhaltung“ auf. Aufgrund der internen Zerrissenheit (u. a. der gleichzeitigen Anwesenheit des Iran und Saudi-Arabiens) kam es jedoch zu keinerlei konkreten Beschlüssen oder Schuldzuweisungen. 
  • Indiens Balanceakt: Als Gastgeber achtete Indien im September strikt darauf, dass von dem Treffen keine offen antiwestlichen Botschaften ausgingen. Premierminister Narendra Modi nutzte den Gipfel vor allem für die eigene Imagekampagne unter dem Motto „unterschiedliche Perspektiven, gemeinsame Lösungen“. 
  • Annäherung Xi und Modi: Bemerkenswert war die Teilnahme von Chinas Staatschef Xi Jinping, der erstmals seit 2019 wieder nach Indien reiste und bilaterale Gespräche mit Modi führte. Xi forderte eine stärkere Integration der Märkte und stabile Lieferketten. 

Ausblick: Chinas Präsidentschaft 2027

Die größte strategische Veränderung steht der Gruppe im kommenden Jahr bevor. China wird 2027 die BRICS-Präsidentschaft von Indien übernehmen. Da Peking im Gegensatz zu Neu-Delhi offen nach einer Neuordnung der globalen Infrastruktur strebt, wird mit Spannung erwartet, ob die BRICS-Plus-Staaten ab dem kommenden Jahr einen deutlich schärferen, antiwestlichen Kurs einschlagen werden. 

 

Lage der BRICS(+)-Staaten

Stand: 30. September 2026

Die aktuelle Lage der BRICS(+)-Staaten ist im September 2026 von wachsendem wirtschaftlichen Gewicht gegenüber den G7-Staaten, aber auch von tiefen internen Rivalitäten geprägt. Das Bündnis, das mittlerweile rund die Hälfte der Weltbevölkerung repräsentiert, agiert als starkes wirtschaftliches Gegengewicht zum Westen, ist geopolitisch jedoch oft blockiert. 

Die Situation nach dem Jahresgipfel in Neu-Delhi (Indien) im September 2026 stellt sich wie folgt dar:

🌍 Der Gipfel von Neu-Delhi & Geopolitische Haltung

  • Gemeinsame Nahost-Erklärung: Auf dem Gipfel Mitte September verabschiedeten die inzwischen elf Mitgliedstaaten – darunter die Staatschefs Wladimir Putin, Xi Jinping, Narendra Modi und Massud Peseschkian – eine Abschlusserklärung. Angesichts der Eskalation in Westasien und des Irankriegs rief die Gruppe zu „maximaler Zurückhaltung“ auf. 
  • Kompromissformel: Die Erklärung blieb auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner vage und verzichtete auf direkte Schuldzuweisungen, da die Interessen der beteiligten Staaten (wie Iran, Saudi-Arabien und die VAE) stark auseinandergehen. 

⚖️ Das Machtgefüge: Indien vs. China

  • Internes Tauwetter: Der Gipfel markierte den ersten Indien-Besuch von Chinas Präsident Xi Jinping seit mehreren Jahren, was als diplomatisches Tauwetter in den historisch angespannten Beziehungen der beiden bevölkerungsreichsten Staaten gewertet wird. Bilaterale Handelsfragen standen im Fokus. 
  • Rivalität als Bremse: Trotz wirtschaftlicher Annäherung blockiert der fundamentale Konflikt zwischen den beiden Schwergewichten Indien und China eine echte geschlossene geopolitische Konfrontation mit dem Westen. Indien versucht zudem aktiv, Chinas Dominanz in Asien einzugrenzen. 

📈 Wirtschaft und Währungsstrategie

  • Überholtes G7-BIP: Das addierte Bruttoinlandsprodukt (BIP) der BRICS+-Staaten liegt mittlerweile deutlich über dem der G7-Staaten, was das Selbstbewusstsein des globalen Südens massiv stärkt.
  • Multipolarität und Souveränität: Die Allianz betont nach wie vor die Nichteinmischung in innerpolitische Angelegenheiten und sieht sich als Netzwerk souveräner, gleichberechtigter Partner. Im Hintergrund treibt insbesondere China eine eigene Währungsstrategie voran, um die Abhängigkeit vom US-Dollar weiter zu verringern.

🔮 Ausblick: Vorsitzwechsel 2027

Das Bündnis steuert auf eine Richtungsänderung zu: Für das Jahr 2027 wird China die BRICS-Präsidentschaft von Indien übernehmen. Xi Jinping fordert bereits jetzt einen noch stärker integrierten Markt und den Ausbau stabiler, westunabhängiger Lieferketten. 

 

Lage der BRICS(+)-Staaten

Stand: 27. September 2026

Die BRICS-Plus-Staaten präsentieren sich nach der UN-Vollversammlung Ende September 2026 als machtbewusstes, aber intern stark fragmentiertes geopolitisches Gegengewicht zum Westen. Die Gruppe, die inzwischen etwa die Hälfte der Weltbevölkerung repräsentiert, nutzt das diplomatische Vakuum, das durch die starke Bindung der USA im eskalierenden Irankrieg entsteht, um die globale Ordnung in ihrem Sinne neu zu verhandeln. 

Die aktuelle Lage der Allianz lässt sich in folgende Kernbereiche unterteilen:

🔎 Geopolitische Positionierung & UN-Vollversammlung

  • Forderung nach Systemreformen: Auf der UN-Vollversammlung in New York bekräftigten die BRICS-Mitglieder geschlossen ihre Kernforderung nach einer tiefgreifenden Reform der etablierten Weltordnung. Sie fordern stärkere Mitspracherechte für den Globalen Süden im UN-Sicherheitsrat sowie in den internationalen Finanzinstitutionen. 
  • Nutzen von US-Schwächen: Da sich die US-Regierung stark auf den Konflikt im Nahen Osten konzentriert, positionieren sich die BRICS-Staaten verstärkt als eigenständige, neutrale Vermittlungsebene. 

⚠️ Krisenmanagement: Der Spagat im Irankrieg

  • Gemeinsames Votum für Zurückhaltung: Nur wenige Wochen vor der UN-Vollversammlung einigten sich die Staats- und Regierungschefs (darunter Wladimir Putin und Xi Jinping) auf einem Gipfeltreffen in Neu-Delhi auf eine gemeinsame Erklärung. Darin riefen sie angesichts des Irankriegs zu „maximaler Zurückhaltung“ in der Golfregion auf. 
  • Vage Rhetorik aus Eigennutz: Die Allianz verurteilte zwar „einseitige Kriege“, vermied es jedoch, konkrete Schuldige beim Namen zu nennen. Indien – das den diesjährigen BRICS-Vorsitz betont neutral führt – sowie China und Russland versuchen damit, die eigenen Handels- und Energiebeziehungen in der Region nicht zu gefährden, während die Wirtschaftsblockade iranischer Häfen den maritimen Handel massiv belastet. 

📊 Interne Zerreißprobe vs. Machtanspruch

  • Interessenskonflikte der Mitglieder: Trotz der demonstrierten Einigkeit bleibt das Bündnis eine Zweckgemeinschaft. Demokratische Schwergewichte wie Indien agieren als ausgleichende Kräfte, während ab 2027 mit der Übernahme des BRICS-Vorsitzes durch China eine deutlich konfrontativere Ausrichtung gegenüber dem Westen befürchtet wird. 
  • Wachsende Relevanz durch Expansion: Durch die kontinuierliche Erweiterung der Plattform (u. a. um Ägypten, Äthiopien, den Iran, die VAE und Indonesien) repräsentieren die BRICS Plus rund 40 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Die Pläne zur "De-Dollarisierung" und dem Aufbau alternativer Finanzstrukturen laufen im Hintergrund weiter, um die Abhängigkeit von westlichen Sanktionsmechanismen nachhaltig zu senken. 

 

Lage der BRICS(+)-Staaten

"Was denken die BRICS(+)-Staaten über den Westen?"

Stand: 24. September 2026

Die Haltung der BRICS-Staaten gegenüber dem Westen lässt sich im September 2026 nicht auf eine einzige Meinung reduzieren, sondern ist nach Einschätzung von Analysten und Berichten des jüngsten Gipfels in Neu-Delhi von einer Zwei-Lager-Spaltung zwischen einer „anti-westlichen“ und einer „nicht-westlichen“ Strömung geprägt. Während die Staatengruppe sich grundsätzlich als wirtschaftliches Gegengewicht zur westlich dominierten Weltordnung versteht, blockieren interne Rivalitäten eine einheitliche geopolitische Front gegen den Westen.

Die unterschiedlichen Strömungen innerhalb des Bündnisses teilen sich aktuell wie folgt auf:

🔎 Die anti-westliche Fraktion (Anführer: China und Russland)

  • Russland & China: Nach Berichten politischer Stiftungen strebt insbesondere China offen danach, das Bündnis als explizit anti-westliche Allianz zu positionieren und nutzt dafür seine wirtschaftliche Vormachtstellung. Russland, dessen Präsident Wladimir Putin persönlich am Gipfel in Delhi teilnahm, sucht die BRICS-Plattform vor allem zur Durchbrechung seiner internationalen Isolation.
  • Iran: Als neueres Mitglied reiht sich der Iran, der aktuell im Fokus internationaler Konflikte steht, tendenziell in diesen Block ein. Auf dem Gipfel stand die Eskalation rund um den Iran-Krieg im Fokus, bei dem die Allianz zu „maximaler Zurückhaltung“ aufrief.

⚖️ Die pragmatische, „nicht-westliche“ Fraktion (Indien und Brasilien)

  • Indien: Als Gastgeber des Gipfels im September 2026 hat Indien (unterstützt von Beobachtern wie der Friedrich-Naumann-Stiftung) aktiv dafür gesorgt, dass keine offenen anti-westlichen Botschaften in den Abschlusserklärungen formuliert wurden. Indien versteht sich als „nicht-westlich“, pflegt jedoch enge strategische und wirtschaftliche Partnerschaften mit den USA und Europa und blockiert Chinas Versuche, das Bündnis zu instrumentalisieren.
  • Brasilien: Nach Analysen von Welt-Sichten agiert auch Brasilien weiterhin als pragmatischer Partner des Westens. Das Land sucht die Balance, um wirtschaftliche Vorteile auf beiden Seiten zu sichern, anstatt Brücken nach Washington oder Brüssel abzubrechen.

📊 Die aktuellen Kernpunkte im Überblick

Haltung zum Westen Hauptakteure Primäres Ziel
Konfrontativ / Anti-Westlich China, Russland, Iran Aufbau einer alternativen Weltordnung, Abbau der US-Dollar-Dominanz.
Pragmatisch / Nicht-Westlich Indien, Brasilien Reformierung bestehender globaler Institutionen (IWF, Weltbank) ohne Bruch mit dem Westen.

💡 Fazit für den Moment:
Experten der Heinrich-Böll-Stiftung betonen, dass BRICS primär ein informelles politisches Forum und kein geschlossener Staatenverbund mit gemeinsamer Außenpolitik ist. Da das BIP der BRICS+-Staaten das der G7-Staaten mittlerweile deutlich überholt hat, wächst zwar das Selbstbewusstsein gegenüber dem Westen, die tiefen Rivalitäten zwischen den Schwergewichten Indien und China lähmen das Bündnis jedoch in einer echten geopolitischen Konfrontation. Für das Jahr 2027 wird mit Spannung erwartet, wie sich die Ausrichtung verändert, wenn China die BRICS-Präsidentschaft von Indien übernimmt.

 

BRICS(+)-Staaten "aktuell"

Stand: 23. September 2026

Es liegen am 23. September 2026 keine aktuellen Eilmeldungen oder neuen Beschlüsse der BRICS-Staaten vor. Die wichtigsten Entwicklungen der letzten Tage drehen sich um den gerade beendeten Jahresgipfel und Chinas jüngste Währungsstrategie:
  • Nachlese zum BRICS-Gipfel in Neu-Delhi: Das jüngste Gipfeltreffen in Indien endete mit einer gemeinsamen Abschlusserklärung. Angesichts der schweren Spannungen im Nahen Osten riefen die Staatschefs – darunter Chinas Präsident Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin – zu maximaler Zurückhaltung auf. Konkrete Maßnahmen oder Sanktionen wurden aufgrund der gegensätzlichen Interessen der Neumitglieder (wie Iran auf der einen und Saudi-Arabien/VAE auf der anderen Seite) jedoch nicht beschlossen; die Erklärung blieb weitgehend vage.
  • Chinas Yuan-Offensive: Aktuellen Analysen zufolge forcieren die BRICS-Schwergewichte, allen voran die chinesische Zentralbank, die Internationalisierung des Yuan. Peking spricht von einem „goldenen Zeitfenster“, um die eigene Währung als globale Alternative zum US-Dollar im Außenhandel zu etablieren, behält jedoch gleichzeitig strenge interne Devisenkontrollen bei.
  • Erweiterungskurs: Das Bündnis agiert zunehmend unter dem Namen BRICS plus, nachdem nach den großen Beitrittswellen der Vorjahre (u.a. Iran, Ägypten, VAE) zuletzt auch Länder wie Indonesien und die Türkei intensiv in den Fokus der Allianz gerückt sind, um ein Gegengewicht zu den G7-Staaten zu bilden. 

 

BRICS(+)-Staaten "aktuell"

Stand: 20. September 2026

Die wichtigsten aktuellen Nachrichten über die BRICS-Staaten stehen ganz im Zeichen des jüngst zu Ende gegangenen BRICS-Gipfels 2026 in Neu-Delhi, Indien. 

Obwohl das zweitägige Spitzentreffen am vergangenen Wochenende stattfand, prägen die Ergebnisse, geopolitischen Spannungen und Folgediskussionen die Berichterstattung: 

📢 Kernbotschaften und Eilmeldungen zum Gipfel-Abschluss

  • Appell zur „maximalen Zurückhaltung“ im Irankrieg: In der gemeinsam verabschiedeten „Erklärung von Neu-Delhi“ riefen die mittlerweile elf BRICS-Staaten angesichts der massiven Eskalation im Mittleren Osten zu äußerster Mäßigung auf. Gefordert wird eine diplomatische Lösung, um eine weitere Verschärfung der Krise abzuwenden. 
  • Fokus auf den Iran: Besonders brisant ist, dass der Iran mittlerweile Vollmitglied der BRICS-Gruppe ist. Chinas Staatschef Xi Jinping forderte die Partnerstaaten in einer Rede explizit dazu auf, im Konflikt eine aktive Rolle als Friedensvermittler einzunehmen. Zudem verurteilte die Allianz Angriffe auf zivile Infrastruktur und unter IAEA-Überwachung stehende Atomanlagen scharf als Völkerrechtsverstoß. 
  • Totgeschwiegener Ukraine-Krieg: Während der Nahost-Konflikt die Agenda dominierte, spielten der Krieg in der Ukraine und die russischen Offensiven in der offiziellen Abschlusserklärung keine nennenswerte Rolle. Beobachter kritisieren hierbei eine eklatante Doppelmoral des Bündnisses, bei dem auch Kremlchef Wladimir Putin persönlich in Indien anwesend war. 


📊 Die strategische Neuausrichtung und Blockbildung

  • Gegengewicht zum Westen: Indiens Premierminister und Gastgeber Narendra Modi unterstrich noch einmal die gewachsene Macht des Blocks. Die BRICS-Staaten vereinen mittlerweile rund 50 Prozent der Weltbevölkerung, 40 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und mehr als ein Viertel des globalen Handels. Modi forderte, die bisherige „pyramidenförmige Struktur“ der Weltordnung zugunsten des Globalen Südens zu reformieren. 
  • Finanz- und Digitalisierungspläne: Hinter den Kulissen treibt Indien die Verknüpfung digitaler Zentralbankwährungen der Mitgliedsstaaten voran. Ziel ist es, grenzüberschreitende Zahlungen abseits westlicher Systeme (wie SWIFT) zu erleichtern, wenngleich technische und politische Hürden weiterhin hoch bleiben. 

Zusammenfassend demonstrierten die BRICS-Staaten trotz tiefgreifender interner Differenzen und unterschiedlicher nationaler Interessen formelle Einigkeit, um sich als neu gestaltende Kraft gegen die geopolitische Dominanz westlicher Institutionen zu positionieren. 

 

BRICS(+)-Staaten

Gipfeltreffen vom 15. September 2026

Die wichtigsten aktuellen Meldungen und Entwicklungen rund um den BRICS-Verbund stehen unmittelbar nach dem Abschluss des 18. BRICS-Gipfels in Neu-Delhi (12.–13. September 2026) unter dem Vorsitz Indiens im Fokus: 

🛑 Die „Erklärung von Neu-Delhi“ verabschiedet

Nach intensiven Verhandlungen bis in die frühen Morgenstunden einigten sich die inzwischen elf Mitgliedstaaten auf eine gemeinsame, 45-seitige Abschlusserklärung: 

  • Fokus Irankrieg & Nahost: Die BRICS-Staaten äußern tiefe Besorgnis über die militärische Eskalation im Mittleren Osten und fordern „maximale Zurückhaltung“. Gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur und Atomanlagen wurden als Völkerrechtsverstoß verurteilt. 
  • Umschiffung interner Gräben: Da sowohl der Iran als auch die USA-Verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) am Tisch saßen, vermied die Erklärung die Nennung konkreter Schuldiger, um den Gipfel nicht am Streit über den Westasien-Konflikt scheitern zu lassen. 
  • Kritik an den USA: Ohne die USA explizit beim Namen zu nennen, verurteilte die Allianz einseitige Zölle, Wirtschaftssanktionen und Protektionismus, da diese die Welthandelsorganisation (WTO) untergraben. 

🤝 Durchbruch: Annäherung zwischen Indien und China

Eine der bedeutendsten aktuellen Meldungen betrifft das bilaterale Verhältnis der beiden asiatischen Großmächte:

  • Chinas Staatschef Xi Jinping und Indiens Premierminister Narendra Modi haben am Rande des Gipfels einen „wichtigen Konsens“ erzielt.
  • Nach jahrelangen Grenzstreitigkeiten erklärten beide Seiten offiziell, dass China und Indien Partner statt Rivalen sein sollten. Xi reiste dafür das erste Mal seit sieben Jahren wieder nach Indien. 

🌍 Wirtschaftliche und strategische Stoßrichtung

  • Gegengewicht zum Westen: Narendra Modi betonte, der Globale Süden müsse von einem reinen „Regelbeflger“ zu einem „Regelgestalter“ aufsteigen. 
  • Zahlungsverkehr im Fokus: Statt einer gemeinsamen Währung forcierten die Staaten den Ausbau von digitalen Bezahlsystemen und die Abwicklung des bilateralen Handels in nationalen Währungen, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren. 
  • Ausblick 2027: Der nächste reguläre BRICS-Gipfel (der dann 19.) wird im kommenden Jahr in China stattfinden. 

Der BRICS-Block repräsentiert nach den jüngsten Erweiterungen (u. a. Iran, Ägypten, VAE, Indonesien) fast die Hälfte der Weltbevölkerung und rund 40 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. 

 

BRICS(+)-Staaten

Gipfeltreffen vom 12. September 2026

Beim jährlichen BRICS-Gipfeltreffen in Neu-Delhi, Indien, haben sich die Staats- und Regierungschefs am 12. September 2026 überraschend schnell auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. Das zweitägige Treffen des erweiterten Bündnisses („BRICS+“) steht massiv im Zeichen der Kriege in der Ukraine und vor allem des aktuellen Krieges im Nahen Osten, welcher die globalen Energiemärkte schwer belastet. 

Die wichtigsten Eilmeldungen & Beschlüsse vom Gipfel:

  • Gemeinsame Erklärung verabschiedet: Unter der Vermittlung des indischen Gastgebers Narendra Modi einigten sich die Mitgliedstaaten auf einen 45-seitigen Entwurf. Darin werden „einseitige Kriege“ zwar verurteilt, konkrete Länder oder Verantwortliche (wie Russland oder die USA/Israel) werden jedoch namentlich nicht genannt. 
  • Appell zu „maximaler Mäßigung“ im Irankrieg: Angesichts der schweren militärischen Eskalation in der Golfregion fordert die BRICS-Gruppe von allen Akteuren äußerste Zurückhaltung. Zudem erteilten die Staaten Zwangsvertreibungen aus dem Gazastreifen eine klare Absage. 
  • Wichtige Staatschefs vor Ort: Anders als bei vergangenen Treffen sind Chinas Staatschef Xi Jinping (erstmals seit sieben Jahren wieder in Indien) und Russlands Präsident Wladimir Putin persönlich nach Neu-Delhi gereist. Auch der iranische Präsident Masud Peseschkian nimmt teil. 
  • Interner Machtkampf hinter den Kulissen: Beobachter berichten von einem tiefen Ringen zwischen China und Indien, um die künftige Ausrichtung des Blocks. Während Peking die Gruppe als explizites politisches Gegengewicht zum Westen formen will, drängt Indien darauf, die Interessen des Globalen Südens zu vertreten, ohne sich in ein anti-westliches Lager drängen zu lassen. 
  • Überwindung eigener Gräben: Die gemeinsame Erklärung gilt als großer diplomatischer Erfolg für Indien. Sie dient auch dazu, die akuten Spannungen zwischen den neuen BRICS-Mitgliedern Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zu überbrücken. Die VAE hatte zuletzt den Finanzverkehr mit Teheran nach iranischen Raketenangriffen gestoppt. 

Hintergrund zur aktuellen Bedrohung der Wirtschaft:

Der Nahost-Konflikt betrifft die BRICS-Staaten direkt. Nach Drohnenangriffen auf eine wichtige saudische Ölpipeline und der Kontrolle einer zentralen Meerenge am Roten Meer durch Huthi-Rebellen sind die Preise für Rohöl und Gas weltweit stark gestiegen. Dies belastet vor allem die großen Energieimporteure China und Indien massiv. 

Durch die jüngsten Beitritte gehören dem Bündnis neben den Gründerstaaten mittlerweile auch Ägypten, Äthiopien, Indonesien, der Iran und die VAE an. Zusammen repräsentieren sie über 40 Prozent der Weltbevölkerung.