Neuregelungen und Reformen für das Jahr 2027
Stand: 10. Oktober 2026
Für das Jahr 2027 hat die Bundesregierung weitreichende Reformen und Neuregelungen beschlossen oder auf den Weg gebracht. Die wichtigsten gesetzlichen Änderungen betreffen das Einkommensteuerrecht, die Pflegeversicherung sowie die staatlich geförderte Altersvorsorge.
Hier ist die Übersicht der zentralen Reformen, die für 2027 aktuell feststehen oder sich im fortgeschrittenen Gesetzgebungsverfahren befinden:
💰 Einkommensteuerreformgesetz 2027
Der Ministerrat hat den Entwurf für das Einkommensteuerreformgesetz 2027 verabschiedet, das vor allem Familien sowie kleinere und mittlere Einkommen um rund 10 Milliarden Euro pro Jahr entlasten soll:
- Höhere Freibeträge: Der steuerliche Grundfreibetrag steigt auf 12.564 Euro. Der Kinderfreibetrag erhöht sich auf 10.056 Euro.
- Mehr Kindergeld: Die monatliche Auszahlung wird von 259 Euro auf 267 Euro angehoben.
- Arbeitnehmer-Pauschbetrag: Werbungskosten können ohne Nachweise bis 1.430 Euro (vorher 1.230 Euro) geltend gemacht werden.
- Zuschläge für Sonn- und Feiertage: Der maximal zulässige steuerfreie Grundlohn für diese Zuschläge wird von 50 Euro auf 75 Euro pro Stunde angehoben.
- Kürzungen bei Handwerkerleistungen: Die steuerliche Absetzbarkeit sinkt von 20 % auf 15 %, und der Höchstbetrag wird von 1.200 Euro auf 900 Euro reduziert.
- Höhere Pauschalsteuer für Minijobs: Der Pauschsteuersatz für Minijobs klettert von 2 % auf 5 %.
🏥 Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) 2027
Um ein drohendes Milliarden-Finanzloch in der Pflegeversicherung abzuwenden, wurde der Entwurf zum neuen Pflegeneuordnungsgesetz beschlossen:
- Zuschlag für Kinderlose: Der Beitragssatz für kinderlose Mitglieder steigt um 0,3 % auf 0,9 %.
- Beitragsbemessungsgrenze: Diese wird um 300 Euro im Monat angehoben.
- Einführung des Partnerbeitrags: Für mitversicherte Ehegatten oder Lebenspartner fällt künftig ein Beitrag von 0,52 % an.
- Minijobs in der Pflegepflicht: Auch auf geringfügige Beschäftigungsverhältnisse werden künftig Pflegebeiträge erhoben.
- Streichung bei Pflegegrad 1: Der Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat entfällt bei reiner häuslicher Pflege.
- Bestandsschutz: Bestehende Pflegegrade bleiben laut Kabinettsentwurf geschützt. Geplante Kürzungen bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige wurden wieder gestrichen.
📈 Rente & Altersvorsorge
- Einführung des Altersvorsorgedepots: Ab 2027 fördert der Staat die private Altersvorsorge über ein neues Depotmodell. Wer bis zu 1.800 Euro jährlich einzahlt, erhält eine staatliche Grundzulage von maximal 540 Euro pro Jahr (50 % auf die ersten 360 Euro, danach 25 %) sowie zusätzliche Kinderzulagen.
- Mütterrente III: Diese Neuregelung tritt verlässlich zum 01. Januar 2027 in Kraft.
💼 Arbeitsrecht
- Erleichterte Kündigung bei Top-Verdienern: Für Gutverdiener, deren Bruttoeinkommen über dem 1,75-fachen der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung liegt, wird die Auflösung von Arbeitsverhältnissen gegen Abfindung rechtlich vereinfacht.
Neuregelungen und Reformen für das Jahr 2027
Stand: September 2026
Für das Jahr 2027 stehen in Deutschland weitreichende gesetzliche Änderungen an, die durch den neuen Bundeshaushaltsentwurf 2027 und verschiedene Sozial- und Steuerreformen angestoßen werden.
💶 Steuern und Finanzen
- Grundfreibetrag & Kindergeld: Der steuerliche Grundfreibetrag steigt laut Bundestabellen auf 12.564 Euro. Das Kindergeld wird auf 267 Euro pro Kind und Monat angehoben.
- Entlastung der Mittelschicht: Der Spitzensteuersatz soll reformiert werden und erst ab einem deutlich höheren Einkommen von rund 100.000 Euro greifen.
- Höhere Belastung für Top-Verdiener: Die Grenze für die sogenannte „Reichensteuer“ (45 %) wird auf 250.000 Euro zu versteuerndes Einkommen vorgezogen. Zudem wird ab 280.000 Euro eine neue Stufe von 47 Prozent eingeführt.
- Handwerkerbonus: Die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen wird gekürzt – künftig sind nur noch 15 Prozent (maximal 900 Euro) statt bisher 20 Prozent (max. 1.200 Euro) abziehbar.
- Minijobs: Der Pauschsteuersatz für Arbeitgeber steigt von 2 % auf 5 Prozent.
💼 Arbeit und Soziales
- Mindestlohn & Minijob-Grenze: Der gesetzliche Mindestlohn klettert auf 14,60 Euro pro Stunde. Damit verschiebt sich auch die Minijob-Grenze nach oben (voraussichtlich auf 633 Euro).
- Grundsicherung statt Bürgergeld: Das bisherige Bürgergeld wird durch eine neue Grundsicherung abgelöst. Diese sieht schärfere Sanktionen bei Pflichtverletzungen, eine schnellere Arbeitsvermittlung sowie eine strengere Vermögensprüfung vor.
- Wohngeld-Stopp: Die turnusmäßige Erhöhung und Anpassung des Wohngeldes an die Miet- und Preisentwicklung wird für 2027 ausgesetzt. Laufende Bescheide haben jedoch Bestandsschutz.
- Arbeitsrecht: Die sachgrundlose Befristung wird flexibler gestaltet (bis zu 48 Monate möglich). Im Gegenzug fällt die telefonische Krankschreibung weg; eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird wieder ab dem ersten Fehltag verpflichtend.
🩺 Gesundheit und Pflege
- Höhere Eigenanteile: Im Zuge der Gesundheitsreform der Krankenkassen steigen die Zuzahlungen für Medikamente sowie Heil- und Hilfsmittel.
- Pflegereform: Es treten neue Richtlinien zur Einstufung der Pflegegrade in Kraft. Für bereits bestehende Pflegegrade gilt jedoch ein umfassender Besitzstandschutz.
👵 Rente und Altersvorsorge
- Mütterrente III: Für jedes vor 1992 geborene Kind werden zusätzliche 0,5 Rentenpunkte angerechnet (das entspricht ca. 21 Euro brutto mehr im Monat). Die Auszahlung erfolgt rückwirkend ab 2028.
- Riester-Nachfolger: Das neue Altersvorsorge-Reformgesetz löst die alte Riester-Rente durch ein flexibleres, staatlich gefördertes Modell ab.
- Renteneintritt: Wer im Jahr 1963 geboren wurde, erreicht ab 2027 das Alter für eine vorzeitige Rente mit Abschlägen.



